„nachhaltige technologien 04 | 2021"
ls Folge der modernen Bauweise, welche sich durch hohe Dämmstandards einerseits und durch einen hohen Verglasungsanteil andererseits aus- zeichnet, ist die Bedeutung von solaren Gewinnen durch transparente Flächen in der Fassade in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen. Die solaren Einträge stellen - je nach Nutzungsart - häufig sogar die maßgebliche Komponente in der Gebäudeener- giebilanz dar. Im Gegensatz zu den in letzter Zeit stark verfeinerten Methoden zur Beschreibung der Energieströme über Transmission und Luftwechsel, sind die Berechnungsmodelle für den solaren Eintrag immer noch sehr ungenau. Eine genaue Kenntnis ist für die energieeffiziente Planung und Steuerung von Gebäuden jedoch unerlässlich. Durch eine bau- technische und gebäudetechnische Optimierung von solaren Einträgen lässt sich - insbesondere in mittleren Breiten - gleichzeitig sowohl der Heizwärmebedarf als auch der Kühlenergiebedarf senken. Zudem lassen sich durch intelligent geplanten und gesteuerten Sonnenschutz auch die angesichts des Klimawandels vermehrt auftretenden Überhitzungssituationen in Gebäuden verhindern oder reduzieren. Die bisher eher kruden Berechnungsansätze für die solaren Einträge, welche auch in modernen Gebäude- simulationsprogrammen zur Anwendung gelangen, begründen sich in der Komplexität der bestimmenden physikalischen (optischen) Prozesse und Randbedin- gungen. Jeder Versuch, die aktuell angewendeten, erheblich vereinfachenden Annahmen zu verfeinern, führt unmittelbar in das sprichwörtliche Rabbit-Hole. Ich habe mich im Rahmen meiner Dissertation „RadiCal“ genau dieser Herausforderung gestellt - mich quasi in den Kaninchenbau vorgewagt - und versucht, eine physikalisch möglichst exakte und detaillierte Methode zu entwickeln, welche gleichzeitig jedoch eine einfache und praktische Anwendung erlauben soll. A Neues Berechnungsmodell für die solaren Einträge bei Gebäuden Daniel Rüdisser Durch Änderung der komplexwertigen Brechungsindizes kann in dem in der Dissertation „RadiCal“ entwickelten Verfahren sowohl das optische Verhalten von opaken, als auch von transparenten Materialen genau simuliert werden Quelle: AEE INTEC Flintglas Fensterglas Gold
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