„nachhaltige technologien 04 | 2022"
weltweit einzigartige Fonds verfügt für 2020 bis 2030 über ein Budget von 10 Milliarden Euro, jedes Jahr eine Milliarde Euro für Investitionsprojekte in emissionsarme Technologien und Prozesse in der Industrie, erneuerbare Energie und Energiespeiche- rung. Die erste Ausschreibung Ende 2020 brachte 30 Projekte mit 118 Millionen Euro Fördervolumen. Es werden Kleinprojekte (2,5 – 7,5 Millionen Euro Inves- titionssumme) und Großprojekte (über 7,5 Millionen Euro) gefördert, mit bis zu 60 Prozent der Investiti- onssumme. Die 30 Projekte deckten ein breites Spek- trum an Technologien ab. So wurden acht Projekte zu Stromspeichern gefördert, vier zu Wasserstoff, zwei zu Abwärme in der Industrie und ein Projekt für Geo- thermie. Es gab auch ein Projekt zu solarer Prozess- wärme, den Zuschlag hat der französische Projektent- wickler NewHeat erhalten. Mit einer 20 MW th starken Solarwärmeanlage wird in einer kroatischen Malz- fabrik die Luft zum Trocknen von Malz vorgewärmt. Das Projekt erhielt 4,5 Millionen Euro aus dem Fonds und deckt 50 Prozent des Prozesswärmebedarfs der Fabrik, was 4 000 Tonnen pro Jahr an Treibhausgasen spart. Dieses Projekt ist typisch für die Art von Inves- titionen, die in den nächsten Jahren tausendfach in Europa getätigt werden müssen, um uns aus der fos- silen Abhängigkeit zu befreien. Die Maßnahmen des REPowerEU-Plans sollen diesen Weg beschleunigen und Unternehmen sowie Haushalte zum Wechsel der Energieversorgung weg von fossiler Energie und hin zu rein erneuerbarer Versorgung animieren. Jetzt geht´s um‘s Anpacken – die Solar-Revolution kann kommen! • Produktion von 10 Mio. Tonnen erneuerbarem Wasserstoff in der EU und 10 Mio. Tonnen Wasser- stoffimporten bis 2030 • Aktionsplan zum Ausbau von Biomethan Sämtliche Maßnahmen im REPowerEU Plan benötigen bis 2027 zusätzliche Investitionen, dabei ist von mehr als 300 Milliarden Euro die Rede. Solarwärme und Geothermie verdreifachen Neben dem Fokus auf Strom enthält der Plan erst- mals konkrete und ambitionierte Aussagen zu erneu- erbarer Wärme. Besonders Solarwärme und Wärme- pumpen werden als Technologien gesehen, die sich schnell einführen lassen, da sie sowohl Vorteile für das Klima als auch finanzielle Vorteile für die Bür- gerinnen und Bürger und Unternehmen bringen. Der Anteil von Solarwärme und Geothermie an der Ener- gieversorgung soll bis 2030 verdreifacht werden, so die EU-Solarstrategie. Neben klassischen Sonnenkol- lektoren sollen bei Gebäuden auch Hybridlösungen wie PVT-Kollektoren breiter zum Einsatz kommen. Solarwärme und Geothermie sollen darüber hinaus stärker in der Fernwärme genutzt werden. Um genü- gend Freiflächen für solare Großanlagen zu finden, sollen ausgewiesene Vorranggebiete, so genannte "Go-to-Areas" für erneuerbare Energie definiert wer- den, in denen schnellere Genehmigungsverfahren gelten. Die Genehmigungsdauer für solare Großanla- gen soll auf maximal drei Monate sinken, was einer kleinen Revolution gleichkommt. Bislang vergehen von der Entscheidung bis zur Umsetzung von solaren Großanlagen gern einmal drei Jahre, bis die Flächen gesichert und alle Genehmigungen eingeholt sind. Eine Beschleunigung bei den Genehmigungen soll neue Investoren anziehen, so die Hoffnung der EU. EU Innovation Fund als Hebel Um innovative Klimaschutztechnologien schneller in den Markt zu bringen, wurde vor zwei Jahren ein "EU Innovation Fund" eingerichtet, der den REPowerEU- Plan als Finanzierungsinstrument unterstützt. Dieser Dipl.-Ing. Roger Hackstock ist Geschäftsführer des Verbandes Austria Solar, der Branchenvertretung der Solarwärme in Österreich. Twitter: @RogerHackstock Foto: Austria Solar / GREENoneTEC "Europa importiert Energie und Ressourcen zu relativ hohen Kosten und generiert Wertschöpfung durch die Umwandlung in Chemikalien und Materialien. Die derzeitigen starken Preissteigerungen forcieren eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft in Europa, welche die Abhängigkeit der Prozessin- dustrie von Importen zu hohen Kosten verringert. Das eingesparte Geld kann für die Schaffung von, Arbeitsplätzen in der Kreislaufwirtschaft verwendet werden, in der die Prozessindustrie nach dem Sammeln, Sortieren und Recyceln von Altstoffen neue Materialien mit der gleichen Reinheit und Leistungsfähigkeit herstellt, die den Anforderungen zukünftiger Produkte entsprechen." Ludo Diels, A. SPIRE (Proccesses4Planet), Chair of Advisory and Programming Group Foto: VITO LEITARTIKEL 5 4
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