„nachhaltige technologien 04 | 2023“
Wärmeerzeugung: • Kapital- und Investitionskosten tendenziell niedriger als beim Durchschnitt. • Hoher Jahresnutzungsgrad und minimale Wärme- verluste der Wärmeerzeugung. Wärmeverteilung: • Kapital- und Investitionskosten neigen dazu, niedriger zu sein. • Hoher Jahresnutzungsgrad (geringe Wärmeverluste) bei Wärmeverteilung. Gesamtanlage : • Jahresnutzungsgrad der Gesamtanlage ist in der Regel höher als der Durchschnitt. • Wärmekosten tendenziell niedriger als der Durch- schnitt. Dies ermöglicht die Bewertung einzelner Einfluss- faktoren spezifischer Heizwerke im Vergleich zu einem gesamtösterreichischen Benchmark. Aus den Ergebnissen wurden Kosten- und Ressourceneinspa- rungspotentiale von Nahwärmesystemen errechnet und eine techno-ökonomische Beurteilung der unter- suchten Anlagen durchgeführt. In den folgenden Grafiken sind Beispiele von ausge- wählten Kennzahlen im Vergleich zu den Werten der effizientesten Anlagen und dem Durchschnitt aller un- tersuchten Anlagen dargestellt. Die Kennzahlen bezie- hen sich sowohl auf die Gesamtanlage (GA) als auch auf die Wärmeerzeugung (WE) und -verteilung (WV). Wärmekosten, spezifischer Stromverbrauch und Wärmever- luste in Bezug auf Erzeugung (WE) und Verteilung (WV) einer spezifischen Anlage im Vergleich mit der effizientesten Anlage und dem Durchschnitt. Da die Benchmark-Anlagen der unter- schiedlichen Jahre variieren, ist ein Vergleich über die Jahre nur eingeschränkt möglich Quelle: IWI Die Vergleichbarkeit über die Jahre ist nur einge- schränkt möglich, da jedes Jahr ein anderes Sample untersucht wurde und daher auch die Benchmark- Anlagen nicht immer die gleichen sind. Dies zeigt bereits, dass einwandfreie Datenqualität essenziell für ein adäquates Benchmarking ist. Analyse regionaler Auswirkungen Im Rahmen des Projekts wurden auch die regi- onalen Auswirkungen auf Wertschöpfung, Be- schäftigung und die nachhaltige Entwicklung von Biomasse-Nahwärme analysiert. Diese Analyse zeigte in der KEM-Region Hartberg, dass, obwohl rund 53 Prozent des Heizenergieverbrauchs durch fossile Energieträger und 47 Prozent durch feste Biomasse gedeckt werden, die direkte regiona- le Wertschöpfung aus Wartung und Betrieb inkl. Brennstoffbereitstellung der biogenen Anlagen bei 3,8 Mio. Euro pro Jahr liegt, jene aus Wartung und Betrieb der fossilen Anlagen bei 0,5 Mio. Euro. Das biogene System sichert 31 regionale Vollzeit- äquivalente, das fossile 4,2. Der Geldabfluss aus der Region beträgt 0,9 Mio. Euro durch biogene Energieträger, 7,2 Mio. Euro durch fossile. Die CO 2 - Emissionen durch Bioenergie liegen bei 1 600 Ton- nen/Jahr - durch fossile bei 58 500 Tonnen/Jahr (siehe Tabelle 1). Ein Ausbau des Biomasseanteils zur Wär- mebereitstellung auf 100 Prozent würde sich somit positiv auf die regionale Beschäftigungssituation auswirken (6,5 Mio. Euro regionale Wertschöpfung jährlich), den jährlichen Geldabfluss durch Wartung und Betrieb reduzieren und auch die CO 2 -Emissionen stark verringern. Tabelle 1: Berechnete CO 2 -Emissionen für die KEM-Region Hartberg (Basis Heizenergieverbrauch) für die Szenarien Status quo, 100 Prozent Biomasse und 100 Prozent fossil (in Tonnen pro Jahr) Quelle: KOV Advanced Data Analyses und Digitalisierung Zur Organisation und Strukturierung der Daten von Biomasseheizwerken wurde ein Softwaretool mit Schnittstellen zu anderen Systemen geschaffen, wie z. B. dem Open Source-Paket R 4 . Ziel war es, Schnitt- stellen zu möglichst vielen Monitoring-Systemen von verschiedenen Herstellern und Systemarchi- tekturen im laufenden Betrieb zu implementieren, um eine umfassende teil- oder vollautomatische Datenverarbeitung und Analyse zu ermöglichen und Arbeitszeit einzusparen. Das Tool erstellt standar- disierte Diagramme, um die Ergebnisse zu veran- schaulichen. Es wurde eine Kombination von R und dem Datenvisualisierungstool Grafana 5 entwickelt (siehe nachfolgende Abbildung). Die Grafiken schaf- fen eine Entscheidungsgrundlage für Netzaus- und -umbauten. Im Rahmen konkreter Aufträge bietet der Art des Heizanlagen- systems Emissions- faktoren Status quo 53% fossil Szenario 100% Biomasse Szenario 100% fossil Gramm CO 2 /kWh to CO 2 /Jahr to CO 2 /Jahr to CO 2 /Jahr Biogen 4 300 650 0 Heizöl 311 30.600 0 53.400 Erdgas 236 400 0 700 Nahwärme er- neuerbar/fossil 51/291 700 950 4.400 Summe 32.000 1.600 58.500 WV…Wärmeverteilung, WE…Wärmeerzeugung, eig. ...eigene Anlage, eff. ...effizienteste Anlage, O / ...Durchschnitt eig. eig. 2015 2015 2016 2016 2017 2017 eig. eig. eig. eig. eff. eff. eff. eff. eff. eff. O / O / O / O / O / O / 50 40 30 20 10 0 32 24 16 8 0 27 21 25 40 Wärmekosten gesamt (in EUR/MWh) Spezifischer Stromverbrauch GA (kWhel per MWh therm ) 23 24 38 18 25 28 21 19 29 19 19 29 21 17 eig. 2015 2016 2017 eig. eig. eff. eff. eff. O / O / O / 25 20 15 10 5 0 20 13 15 21 Wärmeverluste WV (%) Wärmeverluste WE (%) 14 15 21 17 16 eig. 2015 2016 2017 eig. eig. eff. eff. eff. O / O / O / 30 24 18 12 6 0 9 11 12 25 10 14 21 9 14 25 24 STÄDTE & NETZE
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