„nachhaltige technologien 04 | 2024"

Aufgrund der vorhandenen Potenziale in Nieder- österreich soll Geothermie zukünftig entlang ver- schiedener Achsen in das Wärmeangebot der EVN eingebunden werden: 1) Tiefen-Geothermie in Form natürlicher Thermal- wässer mit Temperaturen deutlich über 70 °C für die leitungsgebundene Wärmeversorgung für Netze mit Absatzpotenzialen über 100 GWh pro Jahr; 2) Oberflächennahe Geothermie, insbesondere die Anwendung geschlossener Wärmetauscher, für Wärmepumpen-unterstützte, dezentrale Nah- wärme-Anlagen im Absatzbereich unter 1 GWh pro Jahr; 3) Erdwärmesonden-unterstütze Anergienetze bzw. Niedertemperaturnetze als wichtige Bindeglieder zwischen konventionellen Wärmenetzen (1) und dezentralen Anlagen (2) zur Deckung der Lücke zwischen den beiden zuvor genannten Absatzbe- reichen. ie strategische Perspektive von Geothermie für die EVN-Wärme Die EVN-Wärme, eine Tochtergesellschaft des EVN- Konzerns, ist der größte und zugleich klimafreund- lichste Nah- und Fernwärmeversorger Niederöster- reichs. Das gegenwärtige Portfolio umfasst rund 1 200 Nahwärme-Versorgungsanlagen im gesamten Landesgebiet sowie 80 Heizwerke und rund 65 Wär- menetze. In Summe werden etwa 150 000 Haushalte sowie Gewerbe-, Kommunal und Industriekunden mit rund 2,2 TWh Wärme pro Jahr versorgt. Der Anteil von erneuerbaren Energien beträgt im Erzeugungsmix der EVN-Wärme bereits rund 80 Pro- zent. In den vergangenen Jahrzehnten wurde in der erneuerbaren Wärmeerzeugung vor allem auf Bio- masse (Pellets für Nahwärme sowie Hackgut für die Fernwärme) gesetzt. Zukünftig soll das Portfolio auf Biogas, Geothermie, weitere Umweltwärmequellen zur Nutzung mit Wärmepumpen und Lösungen mit Sektor-Kopplung erweitert werden. D Einbindung von Tiefen-Geothermie in das Verbundwärmenetz „Thermenregion“ der EVN Verbundwärmenetz der EVN Wärme Foto: EVN Gregor Götzl, Franz Hengel

RkJQdWJsaXNoZXIy MzkxMjI2