„nachhaltige technologien 04 | 2024"
Wirtschaftlichkeit von Energiespeichern - Ansätze zur Bewertung und Entwicklung zukunftsfähiger Geschäftsmodelle Monetäre Bewertung von Speichertechnologien Die Internationale Energieagentur (IEA) hat im Rahmen ihres Technologiekooperationsprogramms „Energy Storage“ (ES TCP) eine Forschungsgruppe ins Leben gerufen, die sich mit der Wirtschaftlichkeit von Energiespeichertechnologien befasst: den IEA ES TCP Task 41 „Economics of Energy Storage – EcoEneSto“. In diesem Projekt arbeiten Forschungsinstitute, Technologieanbieter und Energiesystemplaner aus 14 verschiedenen Ländern von 2022 bis 2025 gemein- sam an Lösungen zur Quantifizierung des monetären Wertes von Speichertechnologien für Strom- und Wärmemärkte sowie an zukunftsfähigen, stabilen Geschäftsmodellen. Mehr als 90 Teilnehmer*innen aus 16 Ländern und 54 Organisationen haben sich bereits am Task 41 beteiligt. Unter der Leitung des Energieinstituts an der JKU Linz arbeiten AEE INTEC, die FH OÖ Forschungs & Entwicklungs GmbH und die Wirtschaftsagentur Burgenland Forschungs- und Innovations GmbH gemeinsam im österreichischen Konsortium. Die inhaltliche Arbeit ist in vier Subtasks gegliedert. nergiespeichertechnologien spielen eine zent- rale Rolle in der Umstellung auf ein erneuerbares Energiesystem. Doch welchen ökonomischen Wert haben diese Technologien in ihren Anwendungen und wie lässt sich dieser quantifizieren? Wie können der Nutzen und der Wert von Speicher- systemen in multiplizierbare Geschäftsmodelle übertragen werden? Diese Fragen stellen sich nicht nur Energieversorger, sondern auch Investoren, Technologieanbieter und Industrieunternehmen, die Energiesysteme (Strom und Wärme) auf erneuerbare Technologien umstellen wollen. Studien und Fahr- pläne 1,2,3,4 zur Dekarbonisierung zeigen konsequent, dass ein dekarbonisiertes Energiesystem, das auf fluktuierende erneuerbare Energien angewiesen ist, ohne Speicherlösungen nicht realisierbar ist. Eine vollständige Dekarbonisierung der Strom- und Wärmenutzung ist nur möglich, wenn Schwankungen bei der Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen reduziert, Spitzenlasten bewältigt, Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage ausgeglichen, die Netzstabilität unterstützt und die Zuverlässigkeit gewährleistet werden – alles bei einer deutlichen Reduzierung der CO 2 -Emissionen. E Carina Seidnitzer-Gallien, Andreas Hauer, Stefan Puschnigg, Simon Moser, Beatrice Schulz Abbildung 1: Gruppenbild beim IEA ES Task 41 Meeting in Kopenhagen, Besichtigung des Groß- warmwasserwärmespeichers in Høje Taastrup Foto: BVES 1 Colbertaldo, P., Agustin, S., Campanari, S., & Brouwer, J. (2019). Impact of hydrogen energy storage on California electric power system: Towards 100% renewable electricity. International Journal of Hydrogen Energy. https://doi.org/10.1016/J.IJHYDENE.2018.11.062 2 Lizana, J., Friedrich, D., Renaldi, R., & Chacartegui, R. (2018). Energy flexible building through smart demand-side management and latent heat storage. Applied Energy. https://doi.org/10.1016/J.APENERGY.2018.08.065 3 Liu, H., Brown, T., Andresen, G., Schlachtberger, D., & Greiner, M. (2018). The role of hydro power, storage and transmission in the decarbonization of the Chinese power system. Applied Energy. https://doi.org/10.1016/j.apenergy.2019.02.009 4 Arbabzadeh, M., Sioshansi, R., Johnson, J., & Keoleian, G. (2019). The role of energy storage in deep decarbonization of electricity production. Nature Communications, 10. https://doi.org/10.1038/s41467-019-11161-5 29 28 TECHNOLOGIEENTWICKLUNG
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