„nachhaltige technologien 1|2017"

Die Umsetzung von Energiestrategien auf kommunaler Ebene erfordert einen etwas anderen Blickwinkel – Blick auf die Stadt Salzburg bzw. den Stadtteil Schallmoos Foto: SIR, 2016 ethoden zur Umsetzung von Energiestrategien in Städten und Gemeinden Mehr als 70 % der globalen Treibhausgas-Emissionen werden durch menschliche Aktivitäten in Städten ver- ursacht. Städte können einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der im Dezember 2015 in Paris festge- legten CO 2 -Reduktionsziele leisten. Die Koordination von Stadt- und Energieplanung auf lokaler Ebene stellt dabei einen zentralen Baustein/Prozess zur Erreichung dieser globalen Ziele dar. Allerdings lag der Fokus in der Vergangenheit eher auf der Gebäu- de- bzw. Technologieebene; suboptimale Lösungen oder ein Scheitern gestarteter Umsetzungsprozesses waren oftmals die Folge. Um die erfolgreiche Umset- zung von Energiestrategien im städtischen Bereich zu unterstützen, müssen umfassende Lösungen auf Stadtteilebene gefunden und Stadt- und Energiepla- nungsprozesse noch besser miteinander verknüpft werden. Im Rahmen des Programms „Energie in Gebäuden und Kommunen (EBC)“ der Internationalen Energieagentur (IEA) werden deshalb Empfehlungen für die Gestaltung optimierter Energieraumplanungs- prozesse erarbeitet (IEA EBC Annex 63 – Umsetzung von Energiestrategien in Kommunen). Grundlage bilden die Analysen von bestehenden Planungsprozessen, gesetzlichen Rahmenbedingungen und Fallstudien im Bereich der Stadt- und Energieplanung aus elf Ländern, untermauert durch Feedbackschleifen in 22 Städten. Handlungsfelder für die Umsetzung von kommuna- len Energiestrategien Stadtplanungs- und Energieraumplanungsprozesse laufen weltweit mehr oder weniger gleich ab: Zielsetzung - Status quo-Analyse - Potenzialanalyse - Projektentwicklung - Umsetzung und Monitoring. Jeder Schritt wird dabei von verschiedenen (poli- tischen) Instrumenten beeinflusst: bekannte Inst- rumente der Stadtplanung, (neue) Instrumente der Energieplanung (z. B. Energiepotenzialkarten) sowie prozessbezogene Planungsinstrumente. Jedes Inst- rument funktioniert unter bestimmten festgelegten Bedingungen, welche sich oftmals von Land zu Land unterscheiden.DieAnalysederbestehendenPlanungs- prozesse, Instrumente und Rahmenbedingungen in den teilnehmenden Ländern führte zur Identifikation einer Fülle von relevanten Maßnahmen. Unter „Maß- nahme“ wird dabei eine Aktion oder ein Programm verstanden, mit dem ein Umsetzungsprozess beein- flusst werden kann. Diese Maßnahmen unterscheiden sich zum einen durch ihre Wirkungsweise bzw. ihren Verbindlichkeitsgrad und werden mit „Ermöglichen“, „Ermutigen“ bzw. „Erzwingen“ beschrieben. Durch eine weitergehende Analyse der Funktionsweisen dahinter (was funktioniert wie und warum) konnten diese Maßnahmen zu neun Handlungsfeldern, welche die Entwicklung von integralen Planungs- bzw. Ener- giestrategien für Kommunen unterstützen, gruppiert werden. Wie in der Abbildung dargestellt, ist die Bearbeitung jedes Handlungsfeldes erforderlich, um einen oder mehrere Planungsschritte zu optimieren. Stadtplanung mit Energie Helmut Strasser, Oskar Mair am Tinkhof M 15 14 ENERGIEVERSORGUNG FÜR STÄDTE

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