„nachhaltige technologien 1|2017"

27 26 BAUEN UND SANIEREN Bewertung eines Entwurfes für die Quartiere Q1 und Q4a des städtebaulichen Wettbewerbes der Energy City Reinighaus als Teil der Smart City Graz Grafik: Ingenieurbüro Gratzl, Atelier Pucher ei städtebaulichen Konzepten wird das Thema Energie immer wichtiger. Mit dem neuen Tool CityCalc lässt sich in weniger als einer Stunde beurteilen, wie sich benachbarte Gebäude in ihren Energiekennzah- len – zum Beispiel durch Schattenwurf – gegenseitig beeinflussen. CityCalc ist eine Erweiterung für Trimble SketchUp und basiert auf der Energieausweissoftware ArchiPHYSIK. Es ist seit Ende Januar 2017 erhältlich. Solarenergie zu nutzen ist bei der Planung von neuen Quartieren ein häufiges Ziel. Doch bisherige Tools für die frühen Planungsphasen lassen einen essentiellen Aspekt außen vor: Der Schattenwurf eines Nachbar- gebäudes kann die besten Pläne für die Nutzung der Sonne zunichte machen. CityCalc ermöglicht es nun, auch die Wechselwirkung mehrerer Gebäude zu berücksichtigen. „CityCalc ermöglicht die Beurteilung der energeti- schen Performance von städtebaulichen Projekten bereits in der frühen Planungsphase und ist dabei sehr einfach in der Bedienung,“ beschreibt Heimo Staller die Anwendungsmöglichkeiten von CityCalc. Staller koordinierte das gleichnamige Forschungspro- jekt in Kooperation mit dem Ingenieurbüro Gratzl. Als Projektpartner waren der Softwareentwickler A-NULL Development, die Wiener Universität für Bodenkultur und die Technische Universität Graz eingebunden. Im Januar 2017 geht das Projekt zu Ende und die Ergeb- nisse stehen für Planer zur Verfügung. Um die Kosten für die Nutzer niedrig zu halten, ent- schied sich das Konsortium CityCalc als Erweiterung der Energieausweissoftware ArchiPHYSIK zu entwi- ckeln - ein Produkt der österreichischen Firma A-NULL Development. Die Eingabe der 3D-Objekte erfolgt über die Software SketchUp des US-amerikanischen Unter- nehmens Trimble, die in ihrer Basisversion frei verfüg- bar ist. „Die Programmierer haben die Schnittstellen zwischen den beiden Programmen sehr sorgfältig geplant. Es werden nur die unbedingt nötigen Daten übergeben, damit der Nutzer möglichst wenige Da- ten importieren muss und die Berechnungen schnell gehen“, erklärt Markus Gratzl vom gleichnamigen Ingenieurbüro. „Natürlich müssen sich die Nutzer mit der 3D-Modellierung von SketchUp vertraut machen.“ Das Gebäudemodell wird dreidimensional in Sket- chUp erfasst; hierbei kann der User auf die Import- funktion zurückgreifen und bestehende 2D- ebenso wie 3D-Zeichnungen importieren. In einem zweiten Schritt wird vom Planer definiert, welche Gebäude zu untersuchen sind und ob es sich um Wohn- oder Nichtwohngebäude handelt. Auf diese Art werden auch die geplanten Neubauten vom vorhandenen Baubestand abgegrenzt. Im Anschluss startet der Nutzer die CityCalc-Be- rechnung: Die Erweiterung in SketchUp stellt eine Verbindung mit ArchiPHYSIK her. Die Energieaus- weissoftware ermittelt, wie stark der Schatten der Nachbargebäude die Sonnenstrahlung auf Dach und Energiebewertung in frühen Planungsphasen Bärbel Epp, Heimo Staller B

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