„nachhaltige technologien 1|2017"
Fassade der neuen Gebäude reduziert. Dabei gehen standortspezifische Monatsmittelwerte der Einstrah- lung in die Berechnung ein. So können mit CityCalc auch der Heizwärmebedarf, der Kühlbedarf und wei- tere Energiekennzahlen der einzelnen Gebäude be- rechnet werden. Der Nutzer erhält die Ergebnisse als Zahlenwerte und kann so unterschiedliche Entwürfe miteinander vergleichen. Als Vergleichsdarstellung dient zusätzlich ein (halbes) Raddiagramm, in dem Heizwärmebedarf, Kühlbedarf und die erzielbaren Erträge aus aktiver Solarenergienutzung dargestellt sind (siehe Grafik). In der zweiten Hälfte des Raddiagramms können optional Kennzahlen zu Tageslichtnutzung, sommer- lichem Komfort, Lebenszykluskosten oder Technik- integration dargestellt werden, die allerdings über die Anwendung von CityCalc hinausgehen und mit anderen Programmen ermittelt werden müssen. CityCalc ist vielseitig einsetzbar zum Beispiel für städtebauliche Entwürfe, innerstädtische Nachver- dichtung, Einzelobjekte in dicht bebauter Lage oder stark verschattete Grundstücke. Bei aller Einfachheit steigt natürlich die Qualität der Aussagen mit der Detailtiefe der Eingabe: Stehen die Fensterflächen eines bestimmten Gebäudes und die Position der Son- nenkollektoren schon fest, können Energieertrag und passive Solargewinne für den Wärmebedarf wesent- lich genauer ermittelt werden. Bei Bebauungsstudien oder städtebaulichen Architekturwettbewerben ist naturgemäß die Genauigkeit der Energiekennwerte dem Planungsstand entsprechend deutlich geringer. Im Rahmen des Forschungsprojektes wurde CityCalc in mehreren Architekturwettbewerben getestet. „Um den Arbeitsaufwand für Wettbewerbsteilnehmer wie für Jury-Mitglieder möglichst gering zu halten, emp- fehlen wir, einen Experten zu engagieren, der mit Hil- fe von CityCalc die nominierten Entwürfe energetisch bewertet,“ erklärt Gratzl. Erfahrungsgemäß dauert dies für einen versierten SketchUp-Nutzer zwischen einer halben und einer Stunde pro Entwurf. CityCalc steht ab Ende Januar 2017 zur Verfügung. Planer, die ArchiPHYSIK nutzen und Trimble SketchUp installiert haben, können CityCalc einfach als kosten- lose Erweiterung von der Projekthomepage citycalc. com herunterladen. Andere interessierte Bauplaner, Architekten oder Wettbewerbs-Organisatoren er- halten das Programm zu einem günstigen Preis bei A-NULL Development. Bärbel Epp leitet die Agentur für solare Marktforschung und Kommunikation solrico. epp@solrico.com DI Heimo Staller ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bereichs Bauen und Sanieren bei AEE INTEC. h.staller@aee.at Weiterführende Informationen: www.aee-intec.at/index.php?seitenName=projekteDetail&projekteId=186Ingenieurbüro http://energie.gratzl.co.at | www.archiphysik.at Ausgabeformat von CityCalc als Raddiagramm mit Heizwärmebedarf (lila), Kühlbedarf (blau), solare Erträge (orange) und eine ökologische Gesamtbewertung (grün). Dieses Diagramm kann um weitere Kriterien ergänzt werden kann, die allerdings aus anderen Programmen und Analysen ergänzt werden müssen. Grafik: CityCalc
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