„nachhaltige technologien 1|2017"
7 6 ENERGIEVERSORGUNG FÜR STÄDTE Verbesserte Rahmenbedingungen und die Schaffung von Grundlageninformationen bilden die Basis zahl- reicher konkreter Umsetzungsprojekte. Im Rahmen einer räumlich aufgelösten Gebäudestrukturanalyse wurden 2013 geeignete Gebäudecluster und Siedlun- gen für die Sanierung ganzer Stadtquartiere identi- fiziert. Dabei wurde der Wärmeenergiebedarf der Ei- gentümeranzahl je Objekt gegenübergestellt, daraus ergaben sich Cluster mit hohem Einsparpotenzial bei gleichzeitig überschaubaren Eigentumsverhältnis- sen. Weiters wurden die rechtlichen Möglichkeiten zur Nutzung von Raumordnungsinstrumenten für die Umsetzung der Energieziele analysiert und Vorschlä- ge zur Ausreizung der Rahmenbedingungen ausge- arbeitet. Im Rahmen des „Integrierten Wärmeplans Zentralraum Salzburg“ wird aktuell eine fundierte Grundlage für die Wärmewende geschaffen. Mit dem gerade gestarteten Urbanen Mobilitätslabor (UML) Salzburg sollen Innovationsvorhaben in Personen- mobilität und City-Logistik im Zentralraum Salzburg gefördert werden, wobei die Schwerpunkte auf In- termodale Schnittstellen (in Personen-Mobilität und City-Logistik), integriertes Mobilitätsmanagement (standortbezogen) sowie ITS (Intelligente Transport Systeme) und alternative Antriebe gelegt wurden. Pilotprojekte – ein Schlüssel zum Erfolg Mit innovativen Pilotprojekten, die gemeinsammit lo- kalen Umsetzungspartnern umgesetzt werden, sollen Wege zur Erfüllung der ambitionierten Masterplan- Ziele aufgezeigt werden. Die im Folgenden ausge- wählten Beispiele befassen sich schwerpunktmäßig mit Ansätzen zu einer CO 2 -freien Energieversorgung von Siedlungen bzw. Gebäudeverbünden. > Stadtwerke Lehen Mit dem Stadtwerk Lehen mit fast 300 Wohnungen, Geschäftsflächen, Kindergarten, Studentenheim und dem „Life Science“-Bürokomplex wurde 2008-2013 ein nachhaltiges Energiekonzept für einen innerstädti- schen Stadtteil umgesetzt. 2.000 m 2 Sonnenkollek- torfläche, 200.000-Liter Pufferspeicher, 250 m 2 Photo- voltaikfläche sowie ein Niedertemperatur-Mikronetz, über das auch die umliegenden Wohngebäude in der Strubergasse mit Wärme versorgt werden, bilden die Kernelemente des umgesetzten Energiekonzepts mit dem Ergebnis einer innerstädtischen Energie- versorgung mit mehr als 30 % Anteil erneuerbarer Energieträger. Die Sanierung des angrenzenden alten Wohnquartiers, der Strubergassensiedlung, rundet das Energiekonzept ab. > Goethesiedlung Itzling Die umfassende Modernisierung der Goethesied- lung im Stadtteil Itzling (eines der im Rahmen der Gebäudestrukturanalyse identifizierten Gebiete) könnte ein neues, richtungsweisendes Vorzeigepro- jekt werden. Die Machbarkeit einer energetisch sehr ambitionierten (nahezu CO 2 -neutralen) Energiever- sorgung wurde aufgezeigt und die sozialen Aspekte einer nachhaltigen Sanierung der Siedlung aus den 1970er Jahren analysiert. Im nächsten Schritt werden derzeit in einem breiteren Diskussionsprozess die Entwicklungsmöglichkeiten in Zusammenhang mit dem umliegenden Stadtteil konzipiert. Erwartet wird, dass neben den technisch/ökonomischen Argumen- ten auch weitere Benefits einer Umgestaltung positiv in die Entscheidungsfindung einfließen. Goethesidlung Itzling Foto: FH Salzburg, Tobias Weiss Organisationsstruktur 2017 Koordinationsstelle (KS) STADT Baudirektion (Ing. Franz Huemer MSc) Raumplanung (Mag. Josef Reithofer) Koordinationsgruppe (KG) KS + SIR Dipl-Ing. Helmut Strasser Mag. Alexander Rehbogen MBA Arbeitsgruppen (AG) initiiert von KS + KG Einbindung von Projektpartnern aus Landesverwaltung, Salzburg-AG, FH Salzburg, Forschung, SIG, Bauträger, auf Projektebene Partner & Stakeholder (P&S) Einbindung von Bevölkerung, Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung, Banken, Medien, NGO‘s, Land, Bund, EU,... bei Projekten, Veranstaltungen, Workshops, Round Tables, in der Öffentlichkeitsarbeit, Steuerungsgruppe (SG) KG + Stadtpolitik + Salzburg AG Bürgermeister Dr. Heinz Schaden Stadträtin Dr. jur. Barbara Unterkofler, LL.M. Stadtrat Johann Padutsch Dr. Leonhard Schitter, M.A. Ing. Mag. Horst Ebner Stand: Dezember 2016, Erstellt: Franz Huemer, Alexander Rehbogen
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