„nachhaltige technologien 1|2017"

> Siedlung F. Inhauserstraße Ziel der Sanierung der Siedlung F. Inhauserstraße, eine der identifizierten Siedlungen der Gebäudestruk- turanalyse, ist es, eine gesamtheitliche Sanierung inklusive Nachverdichtung in Richtung Null-CO 2 - Ausstoß in einem kooperativen Planungsprozess zu konzipieren. Die Multiplizierbarkeit dieses Vorhabens ist durch das Vorhandensein vieler Wohnanlagen aus derselben Baualtersklasse in Salzburg (und Öster- reich) gesichert. Neben den technischen Anforderun- gen im Hinblick auf Energieeffizienz, Behaglichkeit und Schallschutz, ist die erste Maßnahme in diesem Projekt die Erstellung einer sozialwissenschaftlichen Studie inklusive Begleitung des Sanierungsprojektes. Durch die Einbindung der Bewohner sowie einer offe- nen Kommunikation mit denselben werden die Quali- tät und der Nutzen des Vorhabens für alle Beteiligten erhöht. Außerdem werden in dem Projekt Mobilitäts- konzepte entwickelt, um den Stellplatzschlüssel trotz Nachverdichtung zu senken. Dies ermöglicht wieder- um das „Leistbare Wohnen“ für die Bewohner neben dem Komfortgewinn und der Freiraumaufwertung zu verwirklichen. Durch den Umbau des Salzburger Hauptbahnhofs eröffnen sich neue Entwicklungsperspektiven für den dahinerliegenden Stadtteil Schallmoos. Als Basis für zu erwartende bauliche Aktivitäten erfolgt derzeit eine detaillierte Energiemodellierung mit dem Ziel, Möglichkeiten und Wege einer 100 % CO 2 -freien Wärmeversorgung aufzuzeigen. Diese Modellierung beinhaltet einerseits räumliche Aspekte von Wärme- bedarf, Energieinfrastruktur (Leitungen) und Potenzi- ale wie beispielweise Solar- und Abwärmepotenziale. Zum anderen erfolgt eine zeitliche Modellierung von Angebot und Nachfrage um Verfügbarkeiten und Speicherbedarf ableiten zu können (siehe auch den Artikel „Energieraumplanung für Städte“ in dieser Ausgabe). Wärmewende in Stadt und Land Salzburg In einer beispielgebenden Zusammenarbeit von Stadt und Land Salzburg erfolgt zurzeit die Ausarbeitung von Möglichkeiten für das Phase Out von Öl und Gas in der Wärmeerzeugung im Zentralraum Salzburg Stadt und Umgebung. Neben den technologischen Herausforderungen zur Entwicklung optimaler Systemlösungen inklusive Speicher werden auch erforderliche Begleitmaßnahmen zur Aktivierung von Umsetzungspartnern ausgearbeitet. Antworten zur Umsetzung der Energiewende können nach diesem Verständnis nur gefunden werden, wenn auch und vor allem in den Prozessen Innovation stattfindet. Energieraumplanung und Regulierung, Förderungen, Geschäftsmodelle und Change-Management werden essenzielle Bestandteile des integriertenWärmeplans, der zu einem soliden Fundament für die langfristige, gerichtete Energieraumplanung im Bereich der Wärme der Stadt Salzburg und Umlandgemeinden werden soll. Schlussfolgerungen Für das Gelingen der städtischen Energiewende braucht es klare Ziele, eine breit getragene Strategie, Zuständigkeiten und Ressourcen für die Umsetzung, realisierbare Technologien und Geschäftsmodelle so- wie Unterstützer und Partner. Auf dieser Basis erfolgt in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess – der aktiv gepflegt werden muss – die Entwicklung von Maßnahmen und Projekten hin zum Ziel einer dekarbonisierten Energieversorgung der Stadt. Die Stadt versteht sich dabei in der Rolle entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Für die Umsetzung braucht es engagierte Akteure wie Wohnungswirt- schaft und Energieversorger. Ing. Franz Huemer Msc , Stadt Salzburg, Energie- und Smart City Koordination, franz.huemer@stadt-salzburg.at Mag. Josef Reithofer , Stadt Salzburg, Raumplanung und Baubehörde, Energie- und Smart City Koordinationsstelle, josef.reithofer@stadt-salzburg.at DI Helmut Strasser , SIR-Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen, Leiter des Fachbereichs Energie, helmut.strasser@salzburg.gv.at Weiterführende Informationen: www.smartcitysalzburg.at | www.e5-gemeinden.at Siedlung F. Inhauserstraße Foto: SAGIS

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