„nachhaltige technologien 1|2018“
in Projekt der Hochschule für Technik Stuttgart im ländlichen Raum Baden-Württembergs Die 6.500-Einwohner-Gemeinde Wüstenrot im Nord- osten Baden-Württembergs ist Gegenstand einer ganz besonderen Forschungsidee. Ziel ist der Plu- senergiestatus, den die Gemeinde bis 2020 erreichen will. Durch kluge Vernetzung von innovativen Techno- logien will die Kommune ihren Energieverbrauch aus eigenen Quellen decken, auch wenn sie wie tausende anderer Gemeinden dieser Größe über keine beson- deren Energieressourcen verfügt. Insofern kann die Vorgehensweise auch für andere Kommunen einen nachahmenswerten Ansatz darstellen. Gefördert vom deutschen Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, wurde das Projekt namens „EnVisaGe“ von Dr. Dirk Pietruschka vom Forschungszentrum Nach- haltige Energietechnik (zafh.net ) der Hochschule für Technik (HFT) Stuttgart koordiniert. Ein erster Schritt: Übernahme des Stromnetzes Bereits 2009 gründeten die beiden benachbarten Ge- meinden Mainhardt und Wüstenrot die „energiever- sorgung mainhardt wüstenrot“ (emw) mit dem Ziel, regional eine zukunftsweisende nachhaltige Strom- versorgung aufzubauen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien sollte eine sichere Versorgung zu fairen Preisen mit lokaler Wertschöpfung gewährleisten. Als im Sommer 2012 die Übernahme des Stromnetzes von der EnBW vollzogen war, bot dies beste Voraussetzun- gen für den Start von EnVisaGe. Das Forscherteam erarbeitete unter Koordination der HFT Stuttgart für die Gemeinde Wüstenrot einen bis 2020 umsetzbaren Energienutzungsplan. In Kooperati- on mit dem Zentrum für Geodäsie und Geoinformatik der HFT wurde ein 3D-Stadtmodell der Gemeinde erstellt, das als innovatives Planungswerkzeug auf E Die Flächengemeinde Wüstenrot verfolgt ihr Energieziel unter wissenschaftlicher Begleitung. Foto: Gemeinde Wüstenrot Eine kleine Gemeinde erstrebt den Plusenergiestatus Dirk Pietruschka, Ursula Pietzsch
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MzkxMjI2