„nachhaltige technologien 1|2018“

In den Untersuchungen wurde zum Beispiel die Wirkung verschiedener Rohrdurchmesser auf Druck und Temperatur des Wassers in den Heizanlagen ver- glichen und optimierte Rohrdurchmesser ermittelt. Danach wurden die Auswirkungen der Wärmepumpen auf das Stromnetz unter Berücksichtigung der geplan- ten Installation neuer Solarmodule abgeschätzt. Für alle Szenarien wurden zwei wichtige Indikatoren, die CO 2 -Emissionen und der Endenergieverbrauch, be- rechnet. Die drei analysierten Szenarien zeigen eine deutliche Verbesserung für diese beiden Indikatoren, die Szenarien 1 und 2 zeigen das größte Einsparpo- tential beim Endenergieverbrauch. Auf dieser Grund- lange können nun ökonomischen Berechnungen hinsichtlich verschiedener konkurrierender Fernwär- menetzanbieter durchgeführt werden. Verschiedene Geschäftsmodelle können so nebeneinander beste- hen, während die Stadt Vevey ihre energiepolitischen Ziele realisieren kann. Drei Szenarien (SCE 1-3) für das Fernheizsystem von Vevey (überarbeitet nach P. Puerto 3 ) wurden mit ei- nem Business- as-usual-Modell (BAU) in Hinblick auf Endenergieverbrauch und CO2–Emissionen verglichen. BAU: Dieses Szenario dient als Bezugspunkt und re- präsentiert die aktuelle Situation. SCE 1: Eine zentrale Wärmepumpe erwärmt das See- wasser auf 25°C, dezentrale Wärmepumpen erzeugen das nötige Temperaturniveau. SCE 2: Das Seewasser mit einer Temperatur von ca. 12°C wird direkt von verschiedenen dezentralen Wär- mepumpen in den Gebäuden aufgewärmt. SCE 3: Eine zentrale Wärmepumpe erhitzt das Seewas- ser bis 70°C und speist es in das Fernwärmenetz ein. Ausblick und Ziele für Stockholm und Genf Offene Fragen im Fallbeispiel Vevey beziehen sich auf den Einfluss des neuen Fernwärmenetzes auf das Gasnetz. Wie wird sich der Gasverbrauch ändern? Kann Vevey durch Biogasimporte seine Bilanz verbes- sern? Könnte das Gasnetz für Kraft-Wärme-Kopplung genutzt werden, um die Effizienz der Energieversor- gung weiter zu verbessern und die Stromproduktion zu erhöhen? Wie hoch sind die CO 2 -Emissionen und der Primärenergieverbrauch in diesem Fall im Vergleich zur Fernwärme? Das Projekt IntegrCity soll für die Beantwortung dieser Fragen die Grundlage schaffen. Das IntegrCity Tool wurde für ähnliche Analysen auch in zwei Quartieren in Stockholm und Genf verwendet. Im Stadtteil «Hammarby Sjöstad» in Stockholm ist es das Ziel, ein Fernheizsystem und kleine private Wärmepumpen wirtschaftlich und ökologisch zu ver- gleichen. In Genf sollen die Wirkungen von Erdwärme- und Fernwärmesystemen untersucht werden. 3 P. Puerto IntegrCiTy and Co-simulation - Progress Report, 2017 Dr. Diane von Gunten arbeitet als Ingenieurin am Centre de Recherches Energétiques et Municipales (CREM). diane.vongunten@crem.ch Dr. Jakob Rager ist Direktor des Centre de Recherches Energétiques et Municipales (CREM). jakob.rager@crem.ch Weiterführende Informationen: • www.crem.ch/ProjetIntegrCiTy Warmwasser Heizung Wärmepumpe Strom GWh ef 60 50 40 30 20 10 0 BAU SCE1 SCE2 SCE3 kg CO 2 x 1e6 (kT) 14 12 10 8 6 4 2 0 BAU SCE1 SCE2 SCE3 Ein von CREM vorgeschlagenes Szenario mit optimierten Rohrdurchmessern [mm] in Vevey - überarbeitet nach P. Puerto 2 Endenergie CO 2 -Emission

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