„nachhaltige technologien 01 | 2021"

B) Monitoring und konsequente Zielverfolgung der Strategie im Örtlichen Entwicklungskonzept Durch die Integrierung in das ÖEK unterliegen die Sachbereichskonzepte für Energie der aufsichtsbe- hördlichen Prüftätigkeit und können evaluiert und Teil eines Monitoringprozesses werden. Revisionen des Örtlichen Entwicklungskonzepts bzw. des Flä- chenwidmungsplanes sind alle 10 Jahre verpflichtend durchzuführen. Monitoringintervalle von 1-3 Jahren bieten die Möglichkeit, den Grad der Zielerreichung festzustellen. Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Etablierung von Prozessen auf kommunaler Ebene zur Sicherstellung der klima-, energie- und raum- ordnungsrelevante Entscheidungen im Sinne der strategischen Ausrichtung. C) Vorrang für erneuerbare Fernwärme und Vermeidung von Doppelinfrastruktur Fernwärme ist ein Versorgungsystem, das es erlaubt, unterschiedliche Energiequellen wie industrielle Ab- wärme, Wärme aus Kraft-Wärmekopplungsanlagen oder direkte erneuerbare Wärmequellen wie Biomasse oder Wärmepumpen flexibel einzubinden. Die Kon- kurrenz mit dem Erdgasnetz stellt energietechnisch als auch hinsichtlich der langfristigen volkswirt- schaftlichen Kosten zweier paralleler Systeme ein Problem dar. Insbesondere dort, wo „erneuerbare“ Fernwärme möglich ist, ist daher eine Bevorzugung gegenüber Erdgas und auch anderen dezentralen Energieversorgungsmöglichkeiten geboten. D) Verbesserung und Aktualisierung von Datengrundlagen Die Analyse der IST-Situation und die genaue Kennt- nis über den Bestand, die Nutzung und den Zustand von Gebäuden und deren Energieinfrastruktur ist der erste Planungsschritt. Eine gute, umfassende und möglichst vollständige Datenbasis ist dabei die Grundvoraussetzung für eine vorausschauende Planung. Mittlerweile gibt es viele Datenquellen für die Bestimmung der Nutzung und Energieinfrastruk- tur bestehender Gebäude auf kommunaler Ebene. Wichtig ist hier ein gut gepflegtes bzw. auf aktuellen Stand gebrachtes Adress-, Gebäude- und Wohnungs- register (AGWR). Weiters gibt es Datenbanken über Heizungsanlagen und Energieausweise von Gebäu- den als wichtige Datenquelle. Ausblick Visuelle und übersichtliche Darstellungen von geore- ferenzierten Energiedaten und Potenzialen zur Nut- zung von Energie aus erneuerbaren Quellen in Form von Karten oder im Digitalen Atlas Steiermark sind ein wertvolles und hilfreiches Mittel für zukünftige energie- und klimaschutzrelevante Entscheidungen im Bereich der Raumplanung. Die flächendeckende Ausrollung des Wärmeatlas Steiermark stellt einen weiteren notwendigen nächsten Schritt dar. Zum Gelingen der Transformation des Energiesystems darf auf den Stromsektor und vor allem die Mobilität nicht vergessen werden. Fortsetzung folgt. Weiterführende Informationen / Links im E-Paper Jilek W. (1998): Energieraumplanung in SIR-Mitteilungen und Berichte, Band 26/1998 ÖROK-Partnerschaft Energieraumplanung: www.oerok.gv.at/raum/themen/energieraumplanung EU-Projekt SPECIAL: https://ec.europa.eu/energy/intelligent/projects/en/projects/special Abart-Heriszt L., Stöglehner G. (2019): Das Sachbereichskonzept Energie, Ein Beitrag zum Örtlichen Entwicklungskonzept, Leitfaden, Version 2.0 Klima- und Energiestrategie Steiermark 2030 mit Aktionsplan 2019-2021 Mach T. et al (2018): Stufen der Energieplanung (Präsentation), Institut für Wärmetechnik, TU Graz Dipl.-Ing. Dieter Preiß ist Mitarbeiter des Referats für Energietechnik und Klimaschutz, Abteilung 15 Energie, Wohnbau, Technik, Amt der Steiermärkischen Landesregierung. dieter.preiss@stmk.gv.at Mag. a Christine Schwaberger ist geschäftsführende Gesellschafterin des Raumplanungsbüros Pumpernig & Partner ZT GmbH. christine.schwaberger@pumpernig.at "Die Zukunft der Energieversorgung hängt stark davon ab, inwieweit es gelingt, die Potenziale aus Energieeffizienz und Energie aus erneuerbaren Quellen zu realisieren. Die Energieraumplanung ist ein wichtiger Hebel auf kommunaler Ebene, wenn es darum geht, ein dekarbonisiertes Energiesystem von der Vision in die Tat umzusetzen und auf den Boden zu bringen." Dieter Thyr, Referatsleiter, Referat Energietechnik und Klimaschutz, Abteilung 15 Energie, Wohnbau, Technik, Amt der Steiermärkischen Landesregierung 11 10 ENERGIERAUMPLANUNG

RkJQdWJsaXNoZXIy MzkxMjI2