„nachhaltige technologien 01 | 2021"
ie räumliche Dimension von Energieversorgung und Energieverbrauch hat entscheidenden Einfluss auf die Gestaltung eines klimafreundlichen und resi- lienten Energiesystems der Zukunft. Moderne Raum- und Städteplanung berücksichtigt Energieraumpla- nung daher zunehmend als integralen Bestandteil. Die Verfügbarkeit digitaler Planungsgrundlagen mit Raumbezug ist für die Planung essentiell. Beispiels- weise ist die flächenbezogene Wärmebedarfsdichte eines Siedlungsgebietes oder Stadtteils entschei- dend für den Ausbau und wirtschaftlichen Betrieb von Nah- und Fernwärmenetzen. Ebenso wird die Nutzungsmöglichkeit lokaler erneuerbarer Energie- ressourcen zur Wärmebedarfsdeckung maßgeblich von der räumlichen Nähe zwischen Quelle, z. B. einem industriellen Abwärmeemittenten und Senke, z. B. dem Wärmenetz, bestimmt. Ein weiterer wichtiger Planungsaspekt ist die Berücksichtigung potentieller Nutzungskonflikte von knappen Flächenressourcen. Der vorliegende Artikel beschreibt die Systematik zur Generierung räumlicher Planungsgrundlagen im Rahmen des Projektes “Räumliche Energieplanung für die Wärmewende” (GEL - S/E/P 1 ) von der An- forderungsspezifikation über die Modellierung am Beispiel eines realisierten Gebäudemodells bis hin zur technischen Umsetzung der Anwendung in den Landes-GIS Systemen der Steiermark, Wiens und Salzburgs. Anforderungsspezifikation und Datenkonzept Für die Energieraumplanung sind räumliche Daten (Geodaten) Grundlage für Analysen und Planungen, zur Beschreibung der Eignung bestimmter Flächen für Umwandlung, Transport oder Speicherung von Energie, sowie zur Verortung und Charakterisierung des Gebäudebestandes und der vorhandenen kom- munalen Energieinfrastruktur wie beispielsweise Erdgas- und Wärmenetze. Da es keine Datenquelle gibt, die alle erforderlichen Informationen für Energieraumplanung bereithält, ist die Zusammenführung vielfältiger Datengrund- lagen erforderlich. Im Zuge einer breit angelegten Anforderungsspezifikation gemeinsam mit Vertreter- Innen der öffentlichen Verwaltung, der Forschung sowie von Planungsbüros wurde im Rahmen des GEL S/E/P Projektes die Frage erörtert, welche digitalen Planungsgrundlagen für Energieraumplanung grund- sätzlich relevant sind und wie diese räumlichen Informationen aus verfügbaren Datengrundlagen mittels GIS-Methoden generiert werden können. Im Projekt wurde ein umfassendes Datenkonzept ent- wickelt, das der Identifizierung und Strukturierung verfügbarer (Geo-)Daten inklusive Beschreibung der für die Energieraumplanung relevanten Informatio- nen (Attribute) je Datensatz dient. Insgesamt wurden 80 relevante Datengrundlagen identifiziert und D Ingrid Schardinger, Markus Biberacher, Franz Mauthner Digitale Grundlagen für die Energieraumplanung Quelle: RSA FG / Studio iSPACE 1 GEL…Green Energy Lab, S/E/P…Spatial Energy Planning 19 18 ENERGIERAUMPLANUNG
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