„nachhaltige technologien 01 | 2021"
Mithilfe der Informationen des digitalen Gebäude- modells können Energie- und Ökobilanzen für den Gebäudesektor erstellt, Sanierungs- oder Moderni- sierungsfahrpläne basierend auf den Informationen zum Gebäudealter und dem Heizungssystem entwi- ckelt oder entsprechende Schwerpunktgebiete als Zonen ausgewiesen werden. Die gebäudegenauen Abschätzungen zum Heizwärmebedarf ermöglichen die Erstellung von Wärmedichtekarten, die in weite- rer Folge als Basis für die Ausweisung von Wärme- netzgebieten dienen (siehe nachfolgende Abbildung). Für Gemeinden, Städte und auch überregionalen Pla- nung sind diese Informationen von großem Nutzen zur Erstellung von Bestandsanalysen und kommu- nalen Wärmeplänen, bei der Zonierung von Schwer- punktgebieten für Sanierungen, bei der Festlegung von Wärmenetzgebieten oder Ausschlussgebieten für fossile Heizungssysteme, bei der Fernwärmeplanung oder bei der Flächenvorhaltung für Energieumwand- lungsanlagen und Leitungstrassen. in das Datenkonzept integriert. Priorisiert wurden hierbei Datenbestände, die österreichweit oder auf Landesebene öffentlich zugänglich oder für Verwal- tungszwecke verfügbar sind und die einer möglichst regelmäßigen Aktualisierung unterliegen. Wichtige Datengrundlagen sind unter anderen digitale Kata- stralmappen der Bundesländer, das adressbezogene Gebäude und Wohnungsregister (AGWR), die ZEUS Energieausweisdatenbank, digitale Leitungskataster, Flächenwidmungspläne oder digitale Geländemodel- le in hoher räumlicher Auflösung. Digitales Gebäudemodell Ein weiteres wesentliches Fundament für Energie- raumplanung stellt das im Rahmen des Projektes entwickelte Gebäudemodell dar. Das Modell umfasst mehrere thematische Module: Gebäudeidentifikation, Nutzung, Hüllqualität, Gebäudeabmessungen 2 und Gebäudekonditionierung (siehe Abbildung). Jedem Modul liegt eine Spezifikation zugrunde, die festlegt, welche Informationen dem digitalen Gebäude- abbild je Modul zugeordnet werden und welche Datengrundlagen hierfür zur Verfügung stehen 3 . Als Ergebnis dieser umfassenden GIS-Modellierung liegt ein digitales Gebäudemodell vor, das einerseits die lagerichtige Visualisierung von Gebäuden durch Punkte und Polygone auf digitalen Karten ermöglicht und weiters wesentliche Gebäudeeigenschaften wie Geometrieinformationen, Nutzung und Baualter, Sanierungsstatus, Heizungssystem und Brennstoff- typ sowie Energiebedarf und die korrespondierenden THG-Emissionen bereitstellt. In der Verwaltung bereits etablierte Geodatensätze wie das AGWR oder die ZEUS-Energieausweisdatenbank werden regional sehr heterogen befüllt und Qualität und Robustheit von darauf aufbauenden Planungsgrundlagen für Ener- gieraumplanung werden von der zugrunde liegenden Qualität der Daten beeinflusst. Die regelmäßige Ak- tualisierung und Qualitätssicherung von energierele- vanten Datengrundlagen im Verantwortungsbereich der Gemeinden und der öffentlichen Verwaltung ist somit für eine erfolgreiche Implementierung von Energieraumplanung unbedingt notwendig. Datengrundlagen Modul/ Bearbei- tungsschritt Gebäudeidentifikation Verknüpfung Adressen - Gebäudepolygone Nutzungen Nutzung, Kategorie, ... Hüllqualität Bauperiode, Sanierungsstatus, ... Abmessungen BGF, Volumen, Hüllfläche, ... Gebäude- konditionierung Heizung, Energieträger, Kühlung, ... Gebäude (Punktshape, Gebäudepolygone) - Adresse - Nutzungen - Hüllqualität - Abmessungen - Konditionierung Gebäudepolygone: (LandesGlS, basemap.at ) Adressen: Gebäudeadressen LandesGlS Digitale Katastermappe BEV Adressregister, AGWR (TGDA+ TGDAFH), OGD (LandesGlS) AGWR (TGDA), ZEUS (Energieausweise) Digitales Geländemodell Digitales Oberflächenmodell ZEUS (Energieausweise), Heizungsdatenbank, Fördermanager, Fernwärmeleitungen Gasleitungen, Wassernutzung- Kühlwasser AGWR (TGBR + TGDAWAERMEH) Ergebnis Modellierungsschritte zur Generierung des digitalen Gebäudemodells Ableitung von Fernwärme Potenzialgebieten aus dem digitalen Gebäudemodell Quelle: RSA / Studio iSPACE 01-2021
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