„nachhaltige technologien 01 | 2021"

gen, aktualisiert werden. Mit Python-Scripts wurden diese Prozesse soweit automatisiert, dass ein Bericht für eine Gemeinde auf Knopfdruck generiert werden kann. Ähnliche Prozesse mit Relevanz für die örtliche Planung bis hin zur integrierten Arealentwicklung werden im Projekt auch in der Steiermark (siehe Artikel "Energieraumplanung in der Steiermark" auf Seite 9) und in Wien (siehe Artikel "Wiener Energieraumplanung als Beitrag zur Wärmewende" auf Seite 15) etabliert. Ausblick Der entwickelte Ansatz erlaubt eine standardisierte und harmonisierte Bereitstellung von digitalen Grundlagen für die Energieraumplanung, einerseits in Form von GIS-Datenlayern im sogenannten Wär- meatlas und weiters in Form von automatisierten Analyse- und Reportingfunktionalitäten für pla- nungsrelevante Anwendungsfälle in der Steiermark, Wien und Salzburg. Die jeweils auf Landesebene gehosteten Informationen bieten insbesondere auch für kleinere Gemeinden mit begrenzten Ressourcen für aufwendige Datenerhebungen und Analysen umfangreiche Möglichkeiten für fundierte räumliche Planungen. Die gesamte Prozesskette von der automatisierten Datenaufbereitung über die räumlichen Modellierungen bis hin zu den Aktualisie- rungsroutinen und den automatisierten Berichten ist transparent und reproduzierbar. Dies ermöglicht eine verhältnismäßig einfache Ausrollung des Methoden- ansatzes auf weitere Bundesländer in Österreich. Im Folgeprojekt (GEL S/E/P II) werden die räumlichen Planungsgrundlagen für den Wärmesektor um die Sektoren Strom und Mobilität erweitert und damit ein weiterer Schritt in Richtung integrierter und sektor- übergreifender Energieraumplanung gesetzt. Technische Umsetzung und GIS-Integration Das Handling von großen Datenmengen sowie die Um- setzung von zum Teil komplexen Prozessketten in der Datenaufbereitung erfordert eine fundierte IT-seitige Unterstützung. Landes-IT und Landes-GIS Abteilungen unterstützen die notwendigen Prozesse in nachhalti- ger Weise. Im Rahmen des GEL S/E/P Projektes findet die technische Umsetzung der Prozessketten proto- typisch in einer Entwicklungsumgebung basierend auf Open-Source Datenbank und Scripting Lösungen statt. Eine anschließende Überführung von Modellen und Anwendungen in den laufenden Prozessbetrieb in Landes-IT Umgebungen ist jeweils nach erfolgreicher Testphase in der prototypischen Entwicklungsumge- bung als nachgelagerter Schritt vorgesehen. Bei der technischen Umsetzung wurden Lösungen für das Hosting, die Prozessierung sowie die aussage- kräftige Visualisierung von Informationen erarbeitet. Für das Hosting wurde im Rahmen der prototypischen Entwicklung eine Postgres/PostGIS-Server Lösung gewählt, die Prozessierung der Daten entlang der Prozesskette von den Eingangsdatensätzen bis hin zum finalen GIS-Datenlayer zur Bereitstellung in einem Wärmeatlas erfolgte mit Hilfe von SQL-Scripten. Darüber hinaus werden im Projekt noch weiterfüh- rende, teils komplexe Analyse- und Reportingfunk- tionalitäten für konkrete Anwendungsfälle in den teilnehmenden Bundesländern spezifiziert und in der Programmiersprache Python umgesetzt. So werden in Salzburg beispielsweise “Bestandsenergieanalysen für das Räumliche Entwicklungskonzept (eREK)“ auf Gemeindeebene erstellt (siehe auch den Artikel „Energie MEETS Raumplanung – Praxisbericht aus Salzburg“ auf Seite 12). Diese müssen in regelmäßi- gen Abständen, basierend auf neuen Datengrundla- Dr. Ingrid Schardinger ist Senior Researcher der Forschungsgruppe Smart Energy Balances bei Research Studios Austria FG / Studio iSPACE. Ingrid.schardinger@researchstudio.at Dr. Markus Biberacher ist Key Researcher und Leiter der Forschungsgruppe Smart Energy Balances bei Research Studios Austria FG / Studio iSPACE. markus.biberacher@researchstudio.at Dipl.-Ing. Franz Mauthner, MSc ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bereichs „Städte und Netze“ bei AEE INTEC. f.mauthner@aee.at Weiterführende Informationen / Links im E-Paper Projekt “Räumliche Energieplanung für die Wärmewende”: https://waermeplanung.at/ 2 Der Modellansatz für das Modul Gebäudeabmessungen wurde im parallel laufend Projekt „Zentrum Alpines Bauen“ (W. Spitzer, RSA FG iSPACE, 2020) erarbeitet und zur Anwendung im GEL S/E/P -Projekt adaptiert 3 Die Zuweisung der entsprechenden Informationen erfolgt dann programmiertechnisch mittels der Scriptsprache SQL, wobei jedes nachgelagerte Modul das jeweils vorgelagerte Modul als Eingangsdatensatz benötigt. 21 20 ENERGIERAUMPLANUNG

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