„nachhaltige technologien 01 | 2021"

"Klimaschutz hat sich längst als wichtige Materie in die vielfältigen Agenden der Städte eingereiht. Vor dem Hintergrund ambitionierter Klimaschutzziele stehen Städte nun neben den eigenen Maß- nahmen vor der Herausforderung, das Thema breiter zu verankern. Die standardisierte Berücksich- tigung der energie- und klimaschutzbezogenen Inhalte in bestehenden Verwaltungsprozessen ist jedoch hoch komplex und anspruchsvoll. Die automatisierte Bereitstellung von Planungsgrundlagen wäre ein möglicher Lösungsweg, damit diese zusätzliche Aufgabe von den Stadtverwaltungen rasch angegangen und bewältigt werden kann." Thomas Weninger, Generalsekretär des Österreichischen Städtebundes Mag. Alexander Rehbogen, MBA ist Experte für Public Governance und Energiepolitik am Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen (SIR). alexander.rehbogen@salzburg.gv.at Christian Sakulin, Bereichsleiter „Innovationen und Projektmanagement“ bei der Energie Agentur Steiermark, arbeitet an den Themen Energie und Raum. Weiters hat das Projekt die erforderlichen und die möglichen Berücksichtigungen erneuerbarer Ener- gie in den hoheitlichen Verwaltungsprozessen der Bau- und Raumplanungsbehörden analysiert und für ebendiese maßgeschneiderte Auswertungen aus dem ENERGIEatlas entwickelt. In Kooperation zwischen Gebietskörperschaften wurde eine beliebig skalierbare Struktur geschaffen, die auch von ande- ren Bundesländern genutzt werden kann. Über die Follower-Städte Villach und Bregenz sind diesbezüg- lich bereits Sondierungen in Umsetzung. Mit dem Abschluss der ersten Phase des Projektes werden im Juni dieses Jahres alle Funktionalitäten für den Bereich der Wärme bereitstehen. In der zweiten Phase (Spatial Energy Planning II) werden in den nächsten drei Jahren die Sektoren Strom und Mobilität ergänzt und in die bereits etablierten Pro- zesse und das Geoinformationssystem integriert. Auf diese Weise soll unter anderem eine (vergleichende) CO 2 -Gesamtbilanzierung von Standorten ermöglicht werden. Mit den regionalen Energieversorgungsun- ternehmen als neuen Partnern wird im Kontext des Sektors Strom auch die Koordination der (Energie-) Infrastrukturplanung angegangen. Außerdem sollen im Austausch zwischen den Bundesländern bis 2024 Möglichkeiten zur Verbesserung des rechtlichen Rah- mens für die Umsetzung von Energieraumplanung entwickelt werden. Die digitale Verfügbarkeit der wichtigsten Planungsgrundlagen bietet umfassende weitere Entwicklungsoptionen und hat das Potenzial, zum Game-Changer am Energiemarkt zu werden. Fazit Das Gelingen der Energiewende wird von einer ef- fektiven Koordination abhängen. Den Bundesländern wird gerade im Kontext der räumlichen Planung eine Schlüsselrolle zukommen. Mit der Digitalisierung der Informationsgrundlagen wurde in den letzten Jahren ein vielversprechender Weg eröffnet, der ein enormes Entwicklungspotenzial bietet. Durch das gemeinsame Projekt GEL S/E/P können in den Ländern Steiermark, Wien und Salzburg energiebezogene Daten via GIS für die Nutzung in Planungsprozessen bereitgestellt werden Das Projekt ist Teil der Vor- zeigeregion Green Energy Lab und wird durch den Klima- und Energiefonds sowie durch die beteiligten Länder, Regionen und Gemeinden gefördert. Foto: Markus Wache

RkJQdWJsaXNoZXIy MzkxMjI2