„nachhaltige technologien 01 | 2023"

(3) IoT-Datenaggregationsplattform - Verbinden und Sammeln großer Betriebsdatensätze IoT 1 -Sensoren können Daten über den Zustand von Gebäuden, wie Temperaturen, Luftfeuchtigkeit, Lichtintensität, Bewegung oder andere Arten von mechanischen oder physikalischen Informationen automatisch und in Echtzeit messen. Durch die Kombination von IoT mit BIM-Technologie kann eine Echtzeitverbindung zwischen den erfassten Daten im realen Gebäude und dem 3D-Modell hergestellt wer- den. Damit werden den Sensorwerten Bedeutung und richtiger Kontext verliehen. Die lokalisierten Daten können mit Schwellenwerten, Mustern und Bench- marks verglichen werden. Dadurch werden unvoll- ständige und unstrukturierte Daten vervollständigt, vereinheitlicht und in einer BIM-Betriebsplattform in den räumlichen Kontext gestellt. (4) Datengesteuerter Digitaler Zwilling - Interpretation, intelligente Rekalibrierung und Vorhersage zur Optimierung des Gebäudebetriebs IoT und Plattformen, in die intelligente Algorithmen integriert werden, haben das Potenzial, die Betriebs- kosten durch Automatisierung und Optimierung des Betriebs zu senken. Nachdem die Leistungsdaten der Anlagen über Sensoren und Messgeräte erfasst wurden, können Echtzeit-Simulationsmodelle oder Bibliotheken mit Benchmark-Daten und historischen Mustern angewendet, Analysen durchgeführt, poten- zielle Betriebsoptimierungen vorhergesagt und aktiv in die Gebäudesteuerung eingegriffen werden. Ein datengesteuerter digitaler Zwilling unterstützt Si- mulationsmodelle und intelligente Algorithmen von Gebäuden, die unter Verwendung der verknüpften Sensordaten vom realen Gebäude selbstlernende vorausschauende Analysen, Fehlererkennung und Optimierungen der Gebäudeleittechnik in Echtzeit ermöglichen. Die vier im Artikel beschriebenen Anwendungen von Digitalen Zwillingen haben alle das Potenzial den Ge- bäudebetrieb zu revolutionieren, da sie es vor allem ermöglichen, zeitaufwendige, manuelle Prozesse zu automatisieren, Risiken zu minimieren und dadurch Kosten und Energie einzusparen. Durch das Sammeln und Analysieren von Gebäudeinformationen in Echt- zeit wird die Entscheidungsfindung erleichtert und das Erkennen und die Reaktionszeit auf Probleme drastisch verkürzt. Trotz dieser augenscheinlichen Vorteile sind digitale Gebäudezwillinge derzeit meist ein ungenutztes Potenzial, da die technischen Fä- higkeiten und Ressourcen für die Umsetzung fehlen. Dafür sind langfristige Investitionen und Know-how- Aufbau in Unternehmen nötig. Im laufenden Projekt „buildingtwin.at “ wird daher eine webbasierte Plattform für Gebäudezwillinge ent- wickelt, mit dem Fokus die beschriebenen Einstiegs- barrieren zu reduzieren, die Datenverwaltung zu ver- einfachen und IoT-Daten und andere Datenquellen einfach einzubinden. Dafür setzt die Plattform auf offene Standards und Protokolle wie IFC (Industry Foundation Classes). Durch die im Projekt erstellte "Die Anforderungen, die wir an unsere Gebäude stellen, werden immer größer und vielseitiger. Dabei ermöglicht uns die Digitalisierung Gebäude und Gebäudeverbünde, z. B. ihre Material- und Energieflüsse, als integrativen Bestandteil der Energiewende und Kreislaufwirtschaft zu verstehen. Durch die nationale Förderung der angewandten Bauforschung durch das BMK werden seit über 20 Jahren dementsprechende Lösungen entwickelt und in die Umsetzung begleitet." Volker Schaffler, Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie, Sektion III/3 – Energie- und Umwelttechnologien Foto: ÖGUT 1 IoT - Internet of Things Visualisierung von Echtzeit-Sensor-Daten in der buildingtwin.at -Plattform Quelle: AEE INTEC

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