„nachhaltige technologien 01 | 2025"

3 Rüdisser, D., Weiss, T., & Unger, L. (2021). Spatially Resolved Analysis of Urban Thermal Environments Based on a Three-Dimensional Sampling Algorithm and UAV-Based Radiometric Measurements. Sensors, 21(14), 4847. https://doi.org/10.3390/s21144847 Mag. Dr. Martin Jury, MA, KIS Koordinator, Geodaten Kund*innenservice und Photogrammetrie, Stadtvermessungsamt, Stadt Graz. martin.jury@stadt.graz.at Mag. Oliver Konrad, Referat Stadtentwicklung und Flächenwidmung, Stadtplanungsamt, Stadt Graz. oliver.konrad@stadt.graz.at Immanuel Karner, MSc., Leiter Geodaten Kund*innenservice und Photogrammetrie, Stadtvermessungsamt, Stadt Graz. immanuel.karner@stadt.graz.at An dem EU-weit ausgeschriebenen anonymen Wett- bewerb zur Neugestaltung bewarben sich insgesamt 19 Planungs- und Architekturbüros. Der Siegerentwurf setzt die Zielsetzungen der Ausschreibung, insbeson- dere im Hinblick auf Ergebnisse der thermischen Analyse durch zahlreiche Vorhaben auf innovative Weise um: Zusätzliche großkronige Bäume bieten nicht nur Schatten, sondern tragen auch durch Ver- dunstung zur Kühlung des Platzes bei. Die Bepflan- zung erfolgt auf mehreren Ebenen, von Stauden über Gehölze bis hin zu Bäumen, und sorgt so für eine vielfältige Vegetation, die das Mikroklima positiv beeinflusst. Der Bestand von derzeit 8 Bäumen, wird um zusätzliche 7 großkronige, 11 mittelgroße und 15 kleinere Bäume, gepflanzt nach dem Schwamm- stadtprinzip, erweitert. Die Pflasterung des Platzes mit großflächigen Natursteinplatten aus hellem hei- mischem Granit verhindern eine übermäßige Erwär- mung im Sommer. Im Belag eingegliederte Rinnen nehmen Oberflächenwässer auf und leiten diese in den Schwammstadtaufbau. Eine kaskadenförmige Umsetzung des Stockholmsystems soll selbst bei möglichen Starkregenereignissen eine Überlastung des Kanalsystems verhindern. Die Integration von Wasserspielen und Trinkwasserbrunnen ergänzt das Konzept und bietet weitere Kühlmöglichkeiten. Trotz der zahlreichen Maßnahmen ist der Tummelplatz als flexibler barrierefreier Stadtplatz konzipiert, der sowohl als Marktplatz als auch als Treffpunkt dient und auch notwendige Verkehrswege vorsieht. Gegenwärtig findet sich die Neugestaltung des Grazer Tummelplatzes in der Ausführungsplanung, der Umbau soll 2026 starten und ungefähr ein Jahr dauern. „Unsere Städte spielen bei der Anpassung an den Klimawandel eine große Rolle. Viele Städte haben bereits Maßnahmen gesetzt, tauschen Best-Practice-Beispiele aus und sind sich ihrer Verantwortung selbstverständlich bewusst. Zu nennen sind Beispiele wie die Initiative der Wiener Wäldchen, die Analyse von Frischluftschneisen in Linz, die Wiederaufforstung des Bürgerwaldes in Frohnleiten oder die Entsiegelung des Tummelplatzes in Graz. Klar ist, dass Städte und Gemeinden ausreichend finanzielle Mittel brauchen, um diese Projekte für eine gesunde Umwelt zu stemmen.“ Thomas Weninger, Generalsekretär des Österreichischen Städtebundes Foto: Städtebund/Wache Visualisierung des Siegerprojekts zum Tummelplatz neu, Graz © Wolfgang Timmer, Julia Fröhlich und Martin Konrad 11 10 LEBEN IM KLIMAWANDEL

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