„nachhaltige technologien 01 | 2025"
wartungsarmen Weg finden, um Urin vom Abwasser zu trennen. Die Lösung basiert auf dem, ansonsten eher unerwünschten, „Teekannenprinzip“. Wird mit zu wenig Schwung oder aus einer falsch geschwunge- nen Teekanne Flüssigkeit gegossen, fließt sie an der Außenseite des Schnabels entlang. Dasselbe Prinzip kommt beim WC „save!“ von Laufen, das gemein- sam mit EOOS entwickelt wurde, zur Anwendung, und wurde erstmals in Wien in einem Wohngebäude der ARWAG umgesetzt. Der langsam fließende Urin läuft in die „Urinfalle“, wird durch ein eigenes Rohrsystem abgeleitet und in Tanks vor Ort gesammelt. Das Tren- nen von Urin an der Quelle, in der Toilette, ermög- licht die Produktion von natürlichem Düngemittel bei gleichzeitigem Schutz der Gewässer. In dem vom Bundesministerium für Klimaschutz, Um- welt, Energie, Mobilität, Innovation und Technolo- gie geförderten und über die FFG abgewickelten For- schungsprojekt „SAVE circular approaches for green buildings!“ untersuchten GRÜNSTATTGRAU und IBRI die Möglichkeit des Düngereinsatzes für die Bau- werksbegrünung vor Ort. Das Wohnbauprojekt der ARWAG „Village im Drit- ten – Das Stadtregal“ mit rund 120 Wohneinheiten bietet 36 Wohneinheiten, die mit „save!“-Toiletten ausgestattet werden. Zukünftig soll ein Kreislauf entstehen, denn pro 100 Personen und Jahr könnten geschätzt 400 Kilogramm Stickstoff und 40 Kilo- gramm Phosphor produziert werden 1 . In diesem Projekt werden gezielt grün-blaue 2 Infra- strukturen in Form von Bauwerksbegrünungen einge- setzt, die allerdings an den künstlichen Standorten Wasser und Nährstoffe bzw. Düngemittel benötigen. Mit dem gewonnenen Dünger aus der stofflichen Verwertung und den damit versorgten großzügig gestalteten Begrünungen kann wesentlich zur Ver- besserung des Mikroklimas in dem Wohnquartier beigetragen werden. Weiters kann die Nutzung von Synergien in der Haus- technik zur Energiekostenreduzierung beitragen und die Reduzierung von Urin im Kanalsystem führt nach- weislich dazu, die Stickstoffmengen im Abwasser zu reduzieren. Langfristig wird gezeigt, wie Kläranlagen entlastet und CO 2 -Emissionen reduziert werden kön- nen, indem Abwasser vor Ort effizient aufbereitet wird. ANZEIGE Laufen save! Quelle: Schema EOOS, Überarbeitung Laufen O p e n i n g i n v i s i b l e t o u s e r Separation edge Urine trap nature base Natürlich. Innovativ. Das modulares Plug&Play System “LivingPANELS” setzt neueMaßstäbe in der Fassadenbegrünung. Überzegen Sie sich selbst unter: www.naturebase.at LivingPANELS
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