„nachhaltige technologien 01 | 2025"

Brigitta Hollósi, MSc, ist Leiterin der Kompetenzeinheit Stadtklima bei GeoSphere Austria. brigitta.hollosi@geosphere.at , Twitter: https://x.com/GeoSphere_AT?mx=2 Klima um bis zu 44 Prozent reduzieren kann. Bei der Umsetzung dieser Maßnahmen könnte die Zunahme heißer Tage bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts weitgehend gemindert werden. Es ist jedoch zu be- achten, dass dieser Effekt in Szenarien mit stärkerem Temperaturanstieg in der fernen Zukunft nicht mehr identifizierbar ist. Diese Ergebnisse verdeutlichen das Potenzial von Anpassungsansätzen, zeigen aber auch die Grenzen solcher Maßnahmen in Hinsicht auf die Auswirkungen des Klimawandels auf und unterstreichen die Notwendigkeit von Klimaschutz- maßnahmen. Um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen, ist eine integrierte Herangehensweise erforderlich, die Klimaschutz und Klimawandelanpas- sung möglichst miteinander verknüpft. Investitionen in nachhaltige Infrastrukturen, innovative Technolo- gien und naturbasierte Lösungen sind entscheidend, um Lebensqualität, wirtschaftliche Stabilität und ökologische Resilienz zu sichern. In Österreich liegt die Strategie zur Anpassung an den Klimawandel, deren neuste Ausgabe 2024 veröffent- licht wurde, vor - ein strategisches Konzept, das ei- nen umfassenden Aktionsplan in 14 Aktivitätsfeldern und konkrete Handlungsempfehlungen auf Basis neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse bietet [1] . Er- gänzend existieren auf Bundesland- bzw. Stadtebene Klimawandelanpassungsstrategien bzw. Initiativen wie z. B. das Förderprogramm „Klimawandel-Anpas- sungsmodellregionen (KLAR!)“, um Regionen und Gemeinden dabei zu unterstützen, sich gezielt auf den Klimawandel vorzubereiten und negative Folgen zu minimieren [2] . Technologien zur Anpassung an den Klimawandel sind vielfältig und bieten Lösungen für verschiedene He- rausforderungen, von der steigenden Hitzebelastung in Städten bis hin zur Bewältigung von Extremwet- terereignissen. Dazu zählen naturbasierte Ansätze wie die Renaturierung von Flüssen, Gründächer und Fassadenbegrünung, moderne Wassermanagement- systeme zur besseren Kontrolle von Starkregen und Dürreperioden sowie innovative Maßnahmen wie der Einsatz reflektierender Materialien zur Reduzierung der Aufheizung von Oberflächen. Ergänzend spielen digitale Technologien eine zu- nehmend zentrale Rolle: Klimamodelle, satellitenge- stütztes Monitoring sowie Frühwarnsysteme ermög- lichen es, Risiken frühzeitig zu erkennen, gezielte Maßnahmen zu setzen und die Widerstandsfähigkeit zu erhöhen. Ein zentraler Bestandteil der Klimaanpassung ist die Gefahren- und Risikoanalyse, die dabei hilft, die po- tenziellen Auswirkungen des Klimawandels auf un- terschiedliche Sektoren, Regionen und Infrastrukturen systematisch zu bewerten. Dabei spielen numerische Modellierungen eine entscheidende Rolle, mithilfe derer verschiedene Szenarien durchgerechnet, Klima- risiken lokalisiert und deren Potenzial für Klimasze- narien abgeschätzt werden können. Die gewonnenen Erkenntnisse unterstützen Entscheidungsträger dabei, Anpassungsmaßnahmen zu priorisieren und zielgerichtet und effizient umzusetzen. Ein Beispiel dafür ist die Studie von Oswald et al. (2020) [3] , die verschiedene Szenarien zur Begrünung und Albedo-Erhöhung in der Stadt Klagenfurt am Wörthersee unter aktuellen und zukünftigen Klima- bedingungen mithilfe eines Stadtklimamodells analysierte. Die Ergebnisse zeigten, dass eine Kombination von Klimaanpassungsmaßnahmen die durchschnittliche Anzahl heißer Tage (Tage mit Höchsttemperaturen über 30 °C) im aktuellen [1] BMK (2024). Die Österreichische Strategie zur Anpassung an den Klimawandel. Teil 1 – Kontext. Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie BMK 2024, Wien, Österreich. [2] Streissler A., Bouslama S., Prutsch A., Balas M., Nohel S., Eder R. et al. (2016). Klimawandelanpassung umsetzen – Lebensqualität erhöhen. Ein Handbuch für MultiplikatorInnen zur Beratung österreichischer Gemeinden und Regionen. Umweltdachverband. Wien. [3] Oswald S. M., Hollósi B., Žuvela-Aloise M., See L., Guggenberger S., Hafner W., Prokop G., Storch A., and Schieder W. (2020). Using urban climate modelling and improved land use classifications to support climate change adaptation in urban environments: A case study for the city of Klagenfurt, Austria. Urban Climate, 31, 100582, https://doi.org/10.1016/j.uclim.2020.100582 Darstellung des idealtypischen Anpassungsprozesses Quelle: BMK (2024) adaptiert nach Streissler et al. (2016) LEITARTIKEL 5 4

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