„nachhaltige technologien 01 | 2026"

Am Dach des evangelischen Schüler*innenheims in Bad Goisern wurde eine PV-Anlage mit 68 kWp errichtet. Ein Speicher (41,5 kWh) wird genutzt, um auch temporäre Überproduktion vor Ort zu nutzen, beispielsweise für Küche, Warmwassererzeugung und Heizung Foto: SOLPRO GmbH / Lukas Fischereder Mehr Solidarität am Energiemarkt durch Energiegemeinschaften Gabriella Dokter, Bente Knoll, Anna Fulterer, Bernhard Derler, Thomas Nacht mbau des Energiesystems verlangt nach aktiven Prosumern Als informierte Leser*innen der "nachhaltigen tech- nologien" haben Sie wahrscheinlich einen guten Einblick in die aktuellen Entwicklungen im Bereich Erneuerbare Energien. Und natürlich sind Sie selbst Kunde oder Kundin bei einem Energieversorgungs- unternehmen (EVU), haben vielleicht Ihren Account beim Netzbetreiber aktiviert und können sich den Energieverbrauch dank eines Smart Meters im 15 Minuten-Takt aufgelöst anzeigen lassen. Eventuell besitzen Sie sogar eine Photovoltaik- oder Solarther- mieanlage und einen Speicher, haben zeitgesteuerte Verbraucher und schalten Ihre Haushaltsgeräte ein, wenn die Sonne scheint. Und vielleicht sind Sie auch schon Mitglied einer Energiegemeinschaft, so wie etwa fünf Prozent aller Haushalte in Österreich (Stand Anfang 2026). Aber vielleicht sind Sie in einer gänzlich anderen Situation – die Energiewende betrifft Sie nicht wirk- lich, und sie fühlen sich überfordert oder uninfor- miert. Vielleicht geht es Ihnen auch wie etwa vier Prozent der österreichischen Bevölkerung und Sie leiden an Energiearmut. Energiegemeinschaften sollen theoretisch allen Menschen zugänglich sein, was jedoch nicht immer der Fall ist. Es gibt jedenfalls genug Menschen, denen Zeit, Know-how oder finanzielle Ressourcen fehlen, um aktiv am Energiemarkt teilzunehmen. Menschen, die nicht aktiv am Energiemarkt teilnehmen, zahlen oft mehr. Beispielsweise, weil sie nicht zum güns- tigsten Anbieter wechseln, und sich nicht durch In- vestition in eigene Erzeugungsanlagen unabhängig von den Marktpreisen machen können. Jetzt steigen auch noch die Netzgebühren, was natürlich auch vor allem jene trifft, die auf Energie aus dem Netz ange- wiesen sind, während Mitglieder von Energiegemein- schaften von den reduzierten Netztarifen lokaler und regionaler Energiegemeinschaften profitieren. Drei Projekte, drei Wege zu solidarischen Energiegemeinschaften 2023 starteten drei vom österreichischen Klima- und Energiefonds geförderte Projekte mit dem Ziel zu zei- gen, wie solidarische Energiegemeinschaften funkti- onieren und Energiearmut entgegenwirken können. U 19 18 ENERGIEGEMEINSCHAFTEN

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