„nachhaltige technologien 01 | 2026"

Das Konzept: Wer z. B. Energie einspeist, wenn lokal Bedarf besteht, erhält Token. Diese Token können nicht nur zur Begleichung der Stromrechnung genutzt, sondern auch bei lokalen Gewerbetreibenden einge- löst werden. Die Energiegemeinschaft wird so zum monetären Kreislaufsystem. Rechtlich wurde dies von der Kanzlei Binder Grösswang validiert (FMA- Konformität), und die Akzeptanzstudien der Agentur SCAN bestätigten das Potenzial. Ausblick: Elektrizitätswirtschaftsgesetz und KI-gestützte Optimierung Die Zukunft liegt in der horizontalen sowie vertika- len Skalierung der EG Stanzertal. Die Novelle des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes (ElWG) in Österreich Mag. Rainer Rosegger, scan - agentur für markt- und gesellschaftsanalytik. rainer.rosegger@scan.co.at Weiterführende Informationen / Links im E-Paper EG Stanzertal Projekt Stanz+ scan - agentur für markt- und gesellschaftsanalytik Drei Phasen der Energiegemeinschaft Stanzertal Quelle: scan – agentur für markt- und gesellschaftsanalytik / Rainer Rosegger 1. LOKALE ENERGIEGEMEINSCHAFT Die Dezentrale Energiewende: Wenn Blockchain auf Bürgerbeteiligung trifft – Das Reallabor Stanzertal. BLOCKCHAIN-HUB & GEMEINSCHAFTSSPEICHER STANZ 2. TECHNISCHE ARCHITEKTUR (BLOCKCHAIN & IOT) SMART METER Demokratisierung WASSERKRAFT BIOMASSEKRAFT P2H LOKALE WÄHRUNG & MARKTPLATZ TEILHABE & REGIONALE GÜTER TEILHABE & REGIONALE GÜTER STÄDTISCHE INFRASTRUKTUR ZUKÜNFTIGE ERWEITERUNG 3. TOKENOMICS & VISION loT- Sensoren Echtzeit Det... IoT-Sensoren s o z i a l e I n n o v a t i o n E c h t z e i t D e t . . . S e l b s t w i r k s a m k e i t verspricht hier neue Impulse. Insbesondere der Ent- fall von Netzgebühren für Speicher, die netzdienlich operieren, eröffnet Geschäftsmodelle für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Das Zielbild der EG Stanzertal ist ein KI-gestütztes Energiemanagementsystem, das Prognosedaten (Wetter, Lastprofile) und Echtzeitdaten der Block- chain nutzt, um Speicher und Verbraucher automati- siert zu steuern. So entsteht ein regionaler digitaler Datenraum, der alle energierelevanten Informatio- nen abbildet und so zu mehr Effektivität und Effizienz von Energiegemeinschaften führt. Ein Hauptproblem bleibt jedoch die Interoperabilität mit den Systemen des Verteilnetzbetreibers. Weiters stößt man in einer ehrenamtlichen Vereinsstruktur in einer kleinen Ge- meinde an personelle und finanzielle Grenzen, was die Umsetzbarkeit solcher Vorhaben betrifft. Fazit Das Projekt EG Stanzertal ist mehr als eine Bürge- r*innenbewegung; es ist ein sozio-technisches Real- labor. Das Projekt beweist, dass komplexe Technolo- gien wie Blockchain und Tokenisierung im ländlichen Raum nicht nur machbar sind, sondern durch die enge soziale Vernetzung teilweise sogar schneller implementiert werden können als in anonymen städtischen Strukturen. Die "Soziale Innovation" und demokratische Entscheidungen im Verein senken die Hürde für den "Tech-Rollout". Für Techniker*innen und Entwickler*innen lautet die wichtigste Lehre daraus jedoch, dass die beste Softwarearchitektur eine funktionierende „Community-API“ braucht, um zu skalieren – also eine soziale Schnittstelle, die das technische System mit den Bedürfnissen der Gemeinschaft verbindet. Denn bei aller Faszination für Algorithmen und Hardware zeigt sich am Ende: Wirkliche Resilienz auf lokaler Ebene entsteht nicht allein durch technisch ausgetüftelte Systeme, sondern vor allem durch das Zusammenwirken von Menschen in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld. Energiegemeinschaften schaffen einen sinnstiften- den Rahmen dafür.

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