„nachhaltige technologien 01 | 2026"

kommunalen Energiewende war dabei das FFG-Pro- jekt „Stanz+ / Ein innovatives, energie-flexibles Plu- senergiequartier – der Ortskern der Gemeinde Stanz“ unter der Leitung von AEE INTEC (siehe „nachhaltige technologien“ Ausgabe 02/2024). Flankierend dazu bildete ein Lokale-Agenda-21-Prozess des Landes Steiermark, umgesetzt von der Agentur SCAN, das soziale Fundament, um von Beginn an eine breite und aktive Bürger*innenbeteiligung sicherzustellen. Als 2018 die Erneuerbare Energien-Richtlinie (RED II) der EU den Rahmen schaffte und mit dem Erneuerba- ren Ausbaugesetz (EAG) Energiegemeinschaften ab 2022 in Österreich möglich wurden, traf diese tech- nische Möglichkeit in Stanz auf ein vorbereitetes Feld. Die Gründung des Vereins EG Stanzertal 2022 war somit keine „technokratische“ Entscheidung, sondern die Formalisierung eines starken Interesses in der Community. Innerhalb weniger Tage zählte der Verein bereits 70 Mitglieder. Phase 2: Die technische Architektur Um das Latenzproblem der EDA-Plattform zu um- gehen, setzt Stanz auf eine parallele Dateninfra- struktur. In Kooperation mit dem Technologiepartner Riddle&Code wurde im Rahmen des Projekts Stanz+ eine Architektur entwickelt, die der dezentralen Na- tur von Energiegemeinschaften entspricht. Die technischen Anlagen der Teilnehmer (neun Haus- halte und Betriebe im aktuellen Testbed) werden mit Lesegeräten ausgestattet. Diese erfassen Erzeu- gungs- und Verbrauchsdaten hochauflösend und in Echtzeit, noch bevor sie in die Zählerinfrastruktur des Netzbetreibers fließen. Jede physikalisch erzeugte Kilowattstunde wird digital repräsentiert – sie wird "tokenisiert". Dieser Stanzer E-Token dient als Informationsträger für Herkunft, Zeitpunkt und Erzeugungsart. Über eine Blockchain-basierte Plattform werden diese Token den Verbraucher*innen im lokalen Netz zugeordnet. Das Ergebnis ist ein unveränderbares, transparentes Ledger, das Transaktionen in Echtzeit abbildet. Dies ermöglicht nicht nur eine transparente Verrech- nung, sondern perspektivisch auch automatisierte „Smart Contracts“: Wenn die lokale PV-Erzeugung ei- nen Schwellenwert überschreitet, könnten Speicher automatisch laden oder flexible Lasten (Wärmepum- pen, E-Auto-Speicherung) aktiviert werden, ausgelöst durch Preissignale auf der Blockchain. Phase 3: Tokenomics – Vom Strom zur Währung Die technische Innovation endet nicht beim Strom- fluss. In Zusammenarbeit unter anderem mit dem Krypto-Institut der WU Wien und dem Austrian Block- chain Center (ABC) wurde im Rahmen des EU-Projekts "Smart Rural 21" geprüft, ob der E-Token als lokale Komplementärwährung fungieren kann. ANZEIGE MESSE MÜNCHEN — Die weltweit führende Fachmesse für die Solarwirtschaft n Connecting Solar Business: internationale Märkte, neue Geschäftsmodelle, bahnbrechende Technologien und Trends n Innovationen hautnah erleben: von Solarzellen und Modulen über Wechselrichter, Montagesystemen bis hin zu PV-Hybridanlagen n AmWachstum teilhaben: mit dem dynamischen PV-Markt Schritt halten und profitieren n Branchentreffpunkt: 100.000+ Energieexperten und rund 2.800 Aussteller auf vier parallelen Fachmessen www.intersolar.de EIN SCAN ALLE INFOS

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