„nachhaltige technologien 2|2017“
Ein Vergleich des Stromverbrauches zeigt deutliche Vorteile für die Abluftanlage. Die CO 2 -geregelte me- chanische Zu- und Abluftanlage verbraucht mehr als doppelt so viel Stromwie die Abluftanlage und die über eine Stufenschaltung gesteuerte mechanische Zu- und Abluftanlage verbraucht im gleichen Zeitraum doppelt soviel Strom im Vergleich zur CO 2 -geregelten Anlage und fünfmal mehr als eine Abluftanlage. Der Energieverbrauch der unterschiedlichen Lüftungs- systeme bezieht sich im vorliegenden Fall auf den Lüftungsstromverbrauch während des Betriebes. Der Vergleich der CO 2 -Konzentrationen zeigt zwar tendenziell geringere CO 2 -Konzentrationen in den Wohnungen mit Be- und Entlüftung, jedoch sind auch die Werte in den Wohnungen mit Fensterlüftern durch- wegs positiv zu bewerten. Signifikante Unterschiede zwischen den beiden Lüftungssystemen konnten bei den durchgeführten Untersuchungen nicht festgestellt werden. Nachteiligwirkt sich die Tatsache aus, dass eine Filterung der Außenluft (Feinstaub, Pollen etc.) durch die Fensterlüftung derzeit jedoch kaum möglich ist. In einem wirtschaftlichen Vergleich der Lüftungssys- teme wurden die Stromkosten der mechanischen Zu- und Abluftanlage und der mechanischen Abluftanlage und Wärmepumpe betrachtet. Die Auswertung der Be- triebskosten ergab, dass der Betrieb der Fensterlüfter mit mechanischer Abluftanlage eine Kostenersparnis von ca. 50 % ergibt. Die Gegenüberstellung der mechanischen Be- und Entlüftungsanlage mit Wärme- rückgewinnung mit einer Fensterlüftung und Abluftanlage ergibt Vorteile bei den Investitions- und Betriebskosten, bei ge- ringen Einbußen der Behaglichkeit und CO 2 -Belastung im Raum. Ausblick Es wird für die Zukunft erwartet, dass trotz der derzeitigen Skepsis in Bezug auf mechanische Lüftungsanlagen in Wohnbauten deren Verwendung weiter ansteigen wird. Gründe dafür liegen nicht nur in der Dichtheit der Fenster nach einer Modernisierung und den daraus resultie- renden Problemen mit Feuchtigkeit in Innenräumen, sondern auch in gesteiger- ten Komfortansprüchen der Wohnungsbe- sitzerInnen und -mieterInnen. Wegen der gesetzlich geforderten Reduzierung des baulichen Energieverbrauchs bedingt dies oft eine effiziente Lüftung mit Wärmerückgewinnung, sodass der nutzerunabhängigen Lüftung in der Zukunft ein erhöhter Stellenwert zukommen wird. Dabei werden nicht nur zentrale Be- und Entlüftungen zum Einsatz kommen, sondern kleine dezentrale Gerä- te, welche nur einige Räume mit Frischluft versorgen. Ebenso werden zukünftig vermehrt Fenster mit ge- steuerten Zuluftmöglichkeiten oder Wandöffnungen in Verbindung mit einer zentralen Abluftanlage und Wärmepumpe eingesetzt werden. Es zeigte sich, dass die Einbußen bezüglich Luftqualität oder Behaglichkeit sehr gering sind, die Kosten für Investition und Betrieb jedoch bedeutend niedriger. Dipl.-Ing. Dr. Karl Höfler ist Leiter des Bereichs Bauen und Sanieren bei AEE INTEC. k.hoefler@aee.at Weiterführende Informationen: • Berechnung des Primärenergiebedarfs einer Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung im Vergleich zu einer bedarfsgeführten (feuchtegeführten) Abluftanlage; Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP-Bericht RKB-12-2008 • e80^3-Gebäude - Sanierungskonzepte zum Plus-Energiehaus mit vorgefertigten aktiven Dach- und Fassadenelementen, integrierter Haustechnik und Netzintegration, K. Höfler, D. Venus, W. Wagner, M. Spörk-Dür, A. Passer, BMVIT 2015 • Reales Lüftungsverhalten in Wohnungen mit unterschiedlichen Lüftungssystemen, Stadt Zürich - Amt für Hochbauten, 06/2012 Stromverbrauch [kWh] 6000,00 5000,00 4000,00 3000,00 2000,00 1000,00 0,00 5242,44 2678,42 1025,21 Stufenschaltung CO 2 -Regelung Abluftanlage Vergleich der Stromverbräuche zwischen Be- und Entlüftungsanlage und Fensterlüfter mit Abluftanlage (Messzeitraum Mai 2014 - April 2015)
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