„nachhaltige technologien 2|2017“

Betriebe als Betreiber und Brennstofflieferanten führt zur Diversifizierung hin zu nicht landwirtschaftlichen Tätigkeiten und entsprechenden Zusatzqualifikatio- nen. Mehrere Bespiele in Österreich zeigen, dass da- raus kleinere Wärmeversorgungsunternehmen sowie hochspezialisierte Unternehmen im Bereich Planung, Errichtung und Betriebsführung von Nahwärmeanla- gen hervorgehen können, was die regionale Bedeutung der Maßnahmen zusätzlich unterstreicht. Auswirkungen auf Umwelt und Klimaschutz Biomasseheizwerke haben eine positive Auswirkung auf den Bereich Umwelt und Klimaschutz (CO2-Einspa- rungen und die Zunahme der Produktion erneuerbarer Energie), wobei anzumerken ist, dass die Planungsziele oft nicht in vollem Umfang erreicht werden. Äußerst positiv wirken sich der sehr hohe Anteil an regionalem Brennstoffeinsatz und die daraus resultierende nach- haltige und sichere Energieversorgung aus. Die Beeinträchtigungen durch Emissionen, Geruch oder Lärm sind aufgrund der hohen Umweltstandards und Vorgaben von Förderstellen in Österreich relativ gering, sodass sich hier keine negativen Auswirkungen ergeben. Die Effizienz der Anlagen hat sich im Laufe der Jahre durch das im Zuge der Förderung verpflichtend um- Im Zeitraum von 2007 bis 2014 hat sich die Anschluss- leistung der mit Biomasse-Nahwärme versorgten Wär- meabnehmer um mehr als 619 MW erhöht, wodurch zusätzlich rund 897 GWh/a an erneuerbarer Wärme an Wärmekunden abgegeben und größtenteils fossile Energieträger substituiert werden. Der Ausstoß an CO 2 -Emissionen wird um 298.000 t pro Jahr reduziert. Kumuliert bedeutet dies bis zum Jahr 2020 eine CO 2 - Einsparung von 3,2 Mio t und bis zum Ende der theo- retischen Nutzungsdauer der Erzeugungsanlagen von 15 Jahren eine CO 2 -Einsparung von rund 4,5 Mio t. Die Länge der Biomasse-Nahwärmenetze hat um mehr als 700 km zugenommen und die installierte Biomassekes- selleistung ist um 290 MW gestiegen. Die detaillierte Evaluierung der ausgewählten Fallbei- spiele bestätigt eine äußerst positive und langfristige Wirkung besonders auch im Bereich der Wirtschaft. durch aus der Errichtung und dem Betrieb der Anlagen resultierende Beschäftigungseffekte, den positiven Einfluss auf die Kapitalkosten und der entstehenden Wertschöpfung in der Region. Die durch Errichtung und Betrieb der untersuchten Fallbeispiele generier- ten Beschäftigungseffekte in Vollzeitäquivalenten (VZÄ) sind in nachfolgender Abbildung dargestellt. Zu den Beschäftigungseffekten tragen auch die fast ausschließlich regionale Brennstoffversorgung und die häufige Einbindung regionaler Unternehmen bei. In der Bevölkerung und den Gemeinden finden die An- lagen eine breite Akzeptanz sowie Unterstützung und generell besteht eine hohe Kundenzufriedenheit. Die Errichtung von Nahwärmeprojekten führt mitunter zu Ansiedelung bzw. Gründung neuer Betriebe und ist oft Initialzündung für weitere Initiativen und Projekte im Bereich Erneuerbare Energien und Energiebewusstsein. Das hohe Maß der Einbindung landwirtschaftlicher Fallbeispiel 100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 Errichtung (einmaliger Effekt) Betrieb und Wartung (bezogen auf Nutzungsdauer 15 Jahre) Beschäftigungseffekt [VZÄ] Regionale Beschäftigungseffekte durch die Errichtung und den laufenden Betrieb der für die Evaluierung ausgewählten zwanzig Fallbeispiele VZÄ … Vollzeitäquivalent

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