„nachhaltige technologien 2|2017“
25 24 THERMISCHE ENERGIETECHNOLOGIEN UND HYBRIDE SYSTEME Dipl.-Ing. Harald Schrammel ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bereichs Thermische Energietechnologien und hybride Systeme bei AEE INTEC und Leiter des klimaaktiv Programms qm heizwerke. h.schrammel@aee.at Mag.a Sabrina Metz ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des Bereichs Thermische Energietechnologien und hybride Systeme bei AEE INTEC. Weiterführende Informationen: • Informationen zur Evaluierungsstudie: www.bmlfuw.gv.at/land/laendl_entwicklung/le-07-13/evaluierung/le_studien/Ma-nahme-321c.html • Qualitätsmanagementprogramm qm heizwerke: www.klimaaktiv.at/qmheizwerke • qm heizwerke-Fachtagung am 30. Juni 2017: www.klimaaktiv.at/erneuerbare/effiziente_heizwerke/fachtagung2017.html Literatur: BMLFUW. 2008. Österreichisches Programm für die Entwicklung des Ländlichen Raums 2007 – 2013. Fassung nach der 8. Programmänderung. Wien: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, 2008. Österreichische Energieagentur. 2015. Regionale Wertschöpfung und Beschäftigung durch Energie aus fester Biomasse. Wien: Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency, 2015. zusetzende Qualitätsmanagementprogramm qm heiz- werke sukzessive verbessert, wenngleich insbesondere Anlagen älteren Baujahrs noch Optimierungspotential aufweisen. Derzeit nutzt nur ein kleinerer Anteil der Heizwerke Wärmerückgewinnungsanlagen oder alter- native Energiequellen wie beispielsweise Solarther- mie oder Abwärme. Diese Technologien tragen zur Erhöhung der Anlageneffizienz und zur Schonung der Ressourcen bei und sollten verstärkt genutzt werden. Da alle Fallbeispiele trotz ihrer Unterschiedlichkeit im Wesentlichen gute Evaluierungsergebnisse aufwei- sen, ist für den Großteil der geförderten Anlagen und Projekte von einer grundlegend positiven Wirkung im Sinne des Österreichischen Programms zur Ländlichen Entwicklung auszugehen. Für die Errichtung und den Betrieb von Bioenergie- projekten benötigt es Idealismus und persönlichen Einsatz, berichtete ein befragter Heizwerksbetreiber. Es ist eine Investition für die Zukunft und die Zukunft unserer Kinder, sowie eine Dienstleistung für die Ge- sellschaft. Im Hinblick auf die durchwegs positive und nachhaltige Wirkung der Fördermaßnahme kann dies jedenfalls bestätigt werden. Bewährtes Weiterführen - Neue Wege gehen Werden Nahwärmeanlagen auf Basis eines schlüssi- gen Gesamtkonzeptes und unter Einhaltung strenger Qualitätskriterien errichtet und betrieben, können sie wirtschaftlich und ökologisch erfolgreich sein, tragen maßgeblich zu einer klimaschonenden und nachhalti- gen Energieversorgung bei und erhöhen die regionale Wertschöpfung. Die Ergebnisse der Studie zeigen klar, dass die Förde- rung von Biomasse-Nahwärmeanlagen eine sinnvolle, nachhaltige und zukunftstaugliche Investition sind. Die laufende Verbesserung der Förderabwicklung, die verstärkte Koordination der einzelnen Stellen und das begleitende Qualitätsmanagement sollten jedenfalls konsequent weitergeführt werden. Die mit öffentlichen Mitteln geförderte Infrastruktur sollte von allen Gebäuden im Eigentum von Bund, Ländern und Gemeinden, die entlang bestehender Nahwärmetras- sen liegen, genutzt werden. Dementsprechend wird die Aufnahme einer eindeutigen Empfehlung in öffentli- chen Beschaffungsrichtlinien und die Forcierung von Nahwärmeanschlüssen für diese Objekte empfohlen. Aktuellen und zukünftigen Herausforderungen wie niedrige Energiepreise für fossile Energien, sinken- der Wärmebedarf durch höhere Gebäudestandards und Klimaerwärmung sowie erhöhte Anforderungen an Effizienz und Wirtschaftlichkeit kann mit Wei- terentwicklung und Innovation begegnet werden. Dementsprechend sind ressourcenschonende und effizienzsteigernde Technologien und Energiequellen (Solarthermie, Abwärme, Niedertemperatursysteme, innovative Regelungen,..) zu forcieren. Zudem steigt die Relevanz von Dienstleistungen hinsichtlich Be- treuung, Service und Information von bestehenden und zukünftigen Kunden. Die Entwicklung zusätzlicher Pro- dukte und Dienstleistungen, wie bereits von einzelnen Vorreitern umgesetzt, erhöht die Attraktivität und Kun- denbindung und ermöglicht zusätzliche Einnahmen. Neue Wege im Bereich Technologie, Organisation und Leistungsumfang zu gehen, ist daher auch das Thema der diesjährigen klimaaktiv qm heizwerke Fachtagung am 30. Juni in Salzburg.
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