„nachhaltige technologien 2|2017“
Kombination von Solarthermie und Wärmepumpe – ungenutzte Potenziale in der Industrie usgangspunkt Die Senkung der Treibhausgasemissionen um 40 % unter das Niveau von 1990 und die Steigerung der Energieeffizienz sowie erneuerbarer Energien um 27 %, das sind die Kernziele die sich die Europäische Union im Rahmen der COP 21 gesteckt hat 1 . Der industrielle Sektor zeichnet sich durch mehr als 25 % des europä- ischen Endenergieverbrauchs aus, wovon 88 % durch nicht erneuerbare Energieträger gedeckt werden 2 . Sollen die gesteckten Klimaziele erreicht werden, muss die Industrie in die Klima- und Energiestrategien eingebunden werden und eine aktive Rolle spielen. Das Handlungsfeld umfasst dabei energieeffizienzstei- gernde Maßnahmen sowie den Einsatz erneuerbarer Energieträger – beides sowohl auf Prozess- als auch Versorgungsebene von Industriebetrieben. Wärme- pumpen (WP) und solarthermische Anlagen (ST) weisen großes Potenzial auf, wenn es um die Bereitstellung von industrieller Prozesswärme im Nieder- und Mittel- temperaturbereich (bis 250°C) geht. Beide Technologi- en werden verstärkt industriell eingesetzt, sehen sich jedoch großen Vorurteilen und Barrieren gegenüber. Ausgangslage des Forschungsprojektes „EnPro“ (Er- neuerbare Prozesswärme – Integration von Solarther- mie und Wärmepumpen in industrielle Prozesse) war es, die Grundlagen zur Überwindung dieser Barrieren zu schaffen, durch eine Kombination der beiden Tech- nologien neue Potenziale zu identifizieren sowie die Einsatzmöglichkeiten von Solarthermie und Wärme- pumpen in ausgewählten Industriesektoren anhand Fallstudien zu untersuchen und aus den Erkenntnissen multiplizierbare Ansätze zur Integration abzuleiten. Außerdem wurde der Forschungs- und Entwicklungs- bedarf erhoben, um eine signifikante Steigerung des Einsatzes beider Technologien zu erreichen. Generische Integrationskonzepte für eine flexible Planung „Die Integration von erneuerbaren Energien ist komplex, zeit- und kostenintensiv und mit hohem Planungsauf- wand verbunden“, geben die meisten Unternehmer als Hürde und Entscheidungsgrund gegen die Einbindung erneuerbarer Energien an. Dieses Vorurteil sowie mangelnde Erfahrung und fehlendes Wissen über die tatsächlichen technischen Rahmenbedingungen und technologischen Weiterentwicklungen gilt für die monovalente Integration, verstärkt sich insbesondere aber bei der möglichen Kombination von zwei verschie- denen erneuerbaren Technologien. A Jürgen Fluch, Anna Grubbauer 1 Europäische Kommission (2014): 2030 climate and energy goals for a competitive, secure and low-carbon EU economy. Abgerufen am 28.04.2017 um 08:00 Uhr: http://europa.eu/rapid/press-release_IP- 14-54_en.htm 2 Eurostat (2017): Final energy Consumption by Industry Sectors. Abgerufen am 27.04.2017 um 8:00 Uhr: http://ec.europa.eu/eurostat/ web/products-datasets/-/tsdpc320. Fotos: Plansee SE / AEE INTEC
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