„nachhaltige technologien 2|2018“
Seegras untersucht, um einen lagerfähigen, stabilen Rohstoff für die weitere Verwendung zu erhalten. Die Verwendung eines innovativen Additivs zur Gärung ermöglicht eine kosteneffiziente Konservierung und Lagerung über längere Zeitperioden (über ein Jahr). Dies ermöglicht weitere Wege zur Erschließung, inklu- sive nasse anaerobe Gärung, um diesen neuartigen Rohstoff in Küstenregionen zu nutzen. Eine kultivierte Reihe Seegras bestehend aus braunen Makroalgen. Die Forschungsarbeiten wurden in Zusammenarbeit mit der University of Highlands and Islands (Shetland) durchgeführt. Foto: Harper Adams Universität, UK Ein weiterer Rohstoff, der kürzlich in Großbritanni- en aufgrund von Änderungen in der Förderung von Energiepflanzen für die anaerobe Gärung Interesse weckte, ist Getreidestroh. Das Agrikultur-Zentrum für Nachhaltige Energiesysteme führte Forschungsarbei- ten durch, um das Potenzial der anaeroben Gärung für die anaerobe Zersetzung von Weizenstroh zur Her- stellung von Treibstoff, Chemikalien und biologisch abbaubaren Enzymen zu untersuchen. Eine Methode, um das Rohstoffpotenzial weiter zu optimieren, ist es, die mikrobielle Zusammensetzung im Gärreaktor zu verändern. Grundlegende Forschungsarbeiten in Zusammenarbeit mit der Universität von Kalifornien (University of California, Santa Barbara) untersuchten, wie anaerobe Pilze, die zusammen mit methanogenen Stoffen kultiviert werden, den Abbau der Biomasse im Vergleich zu konventionell in der anaeroben Gärung verwendeten Mikroben verbessern könnten. Systemanalysen Zusätzlich zu den experimentellen Aufgabengebieten der Gruppe arbeitet das Agrikultur-Zentrum für nach- haltige Energiesysteme auch an Systemanalysen, um existierende und neue technologische Anlagen zu verbessern. Gemeinsam mit AEE INTEC wurde daran gearbeitet, ein Energie-Auditmodell, das sich vornehm- lich auf Produktionsprozesse konzentriert, so zu erwei- tern, dass auch Prozesse in der landwirtschaftlichen Produktion und Energieversorgung mit aufgenommen werden. Damit können existierende Prozesse optimiert und Treibhausgase sowie Kosten eingespart werden. Ebenso wurden mit der Brunel University London öko- nomische Modellierungen und technisch-ökonomische Bewertungendurchgeführt,umzukünftigeWachstums- möglichkeiten für den Biogassektor zu untersuchen. Die Harper Adam Universität ist eine strategisch und anwendungstechnisch orientierte Universität, die einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Molkerei, Rin- derhaltung (intensiv und extensiv), zwei Schafherden, einer intensiven Schweinezuchteinheit, Geflügelzucht für Forschungszwecke und kommerzielle Zwecke (Legehennen, Hähnchenzucht, Enten und Gänse) mit weiteren Haustieren unterhält. An der Harper Adams Universität sind Gastforscher von Firmen willkommen, die Zugang zum Wissen der Forscher erhalten, die umfangreichen Laboreinrichtungen nutzen und ihre Forschungsarbeiten durchführen können. Außerdem werden Gastforscher aus verschiedenen Programmen (Marie Curie, Erasmus, Phd, Post-Graduate-Programme) sowie Masterstudenten aufgenommen und Praktika angeboten. An der Harper Adams Universität wird ein Post Graduate Certificate in erneuerbarer Energie angeboten und die Universität ist Mitglied des UK Forschungs-Netzwerks für nachhaltige Energien zur An- wendung in der Nahrungsmittel-Wertschöpfungskette (RCUK Centre of Excellence for Sustainable Energy Use in Food Chains). Danksagung Finanzielle Unterstützung wurde durch das UK Re- search Council sowie Horizon und Interreg gewährt. Den industriellen und akademischen Partnern Alche- my Utilities Ltd, Elentec Ltd, Fraunhofer Institute for Environmental, Safety, and Energy Technology UMSICHT, PlanET Biogas UK Ltd, RCUK Centre of Ex- cellence for Sustainable Energy use in Food Chains Dank für die Zusammenarbeit. Dr. Marie Kirby und Dr. Matthew Reilly arbeiten als wissenschaftliche Mitarbeiter am Agricultural Centre for Sustainable Energy Systems (ACSES) der Harper Adams Universität, UK. Professor Michael K Theodorou ist Vorsitzender des Fachbereichs Anaerobe Gärung und Fermentationstechno- logien der Harper Adams Universität, UK. mtheodorou@harper-adams.ac.uk
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