„nachhaltige technologien 2|2018“
ugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen ist in unseren Breiten eine Selbstverständlichkeit, in den sogenannten Entwicklungslän- dern sind viele Menschen davon aus- geschlossen. Gleiches gilt für die Ener- gieversorgung: in der westlichen Welt ist die Versorgung mit elektrischem Strom rund um die Uhr gewährleistet, während vor allem in Afrika die Menschen weitge- hend von Biomasse abhängig sind. Das Sammeln von Feuerholz obliegt den Frauen, die oft weite Wege vor sich haben, um das Holz für Kochen und Waschen zu sammeln. Auch Dung wird zum Kochen verwendet und nicht auf die Felder ausgebracht, wodurch wichtige Stoffe für den Boden verloren gehen. Mangelndes Wasser und unzureichende Bewässerung schränken die Produktivität weiter ein und ohne ausreichende Energieversorgung können landwirtschaftliche Pro- dukte nicht konserviert und weiterverarbeitet werden. Das wirkt sich auf die Ernährungssicherheit der loka- len Bevölkerung aus, wie auch auf die Möglichkeit, zusätzliche Einkommen zu generieren und lokale Wertschöpfung zu schaffen. Knappheit an natürlichen Ressourcen und diesbezügliche Nutzungskonflikte sind keine Seltenheit, treten jedoch weitgehend punktuell und vor allem in Entwicklungsländern auf. UN Entwicklungsziele als globale Herausforderung Wenn Entwicklung im gleichen Maße fortgesetzt wird, das heißt weitgehend auf Kosten der natürlichen Ressourcen stattfindet, und die globalen demogra- phischen Trends - wie Bevölkerungswachstum und Urbanisierung, verändertes Konsumverhalten etc. - anhalten, ist die Versorgung der Menschen mit Was- ser, Energie und Nahrungsmitteln global gefährdet. Der Klimawandel trägt zur Verschärfung der Situation bei; wiederkehrende Dür- ren, Überschwemmungen und andere Folgen des Wandels gefährden die natürlichen Ressourcen und machen die Menschen, Ökosysteme aber auch die Wirtschaft zunehmend verwundbar. Laut Berechnungen internationaler Organisationen bedarf es einer Stei- gerung der landwirtschaftlichen Produktion um 70 Prozent, um die Ernährung der Weltbevölkerung im Jahre 2050 zu sichern. 1 Schon im Jahr 2030 soll der Be- darf nach sauberem Wasser den vorhandenen Vorrat an Wasserreserven um 40 Prozent übersteigen 2 , und etwa 2035 wird der weltweite Energiebedarf voraus- sichtlich um ein Drittel über dem heutigen liegen. 3 Nicht verwunderlich, dass der Nexus-Ansatz 4 im Vorfeld der Rio+20 Konferenz stark propagiert wurde, heutzutage auf der Entwicklungsagenda vieler nati- onaler und internationaler Organisationen steht und zum Kern der UN Agenda 2030 und der Sustainable Development Goals (SDGs) gehört. Tatsache ist, dass es systemische und umfassende Ansätze für die Aus- gestaltung von Politiken und deren praktischen Um- setzung braucht, um den vielfältigen Problemen und Herausforderungen der modernen Welt zu begegnen und die Entwicklung nachhaltig zu gestalten. Sektorübergreifende Analysen: notwendig aber nicht einfach Zwischen den Bereichen Wasser, Energie und Land bzw. Landwirtschaft gibt es vielfältige Beziehungen und wechselseitige Abhängigkeiten, mögliche Synergien aber auch mögliche Zielkonflikte was den Zugang und die Nutzung von Wasser, Energie sowie Land und Nahrungsmittel betrifft. Diese komplexen Waltraud Rabitsch Z Wasser, Energie und Ernährungssicherheit im Fokus der UN Entwicklungsziele
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