„nachhaltige technologien 2|2019“
Dipl.-Ing. (FH) Andreas Trojer ist Lehrer an der Höheren Technischen Bundeslehranstalt Jenbach und zuständig für die Energieberaterausbildung (A-Kurs) an der HTL Jenbach. andreas.trojer@tsn.at Weiterführende Informationen / Links im E-Paper • Video zu Bauteilaktivierung der obersten Geschossdecke im QR-Code • http://www.htl-jenbach.at/at/news/haus-der-zukunft Perimeterdämmung, Isokorb, zwei Rollladenkästen, diverse Fassadenaufbauten bis hin zur Eindeckung des Daches sind sichtbar. Programmierbare Beschat- tungsanlagen zeigen, wie aktiver Überhitzungs- schutz in den Sommermonaten umsetzbar ist. Neben konventionellen Fußboden- und Wandhei- zungssystemen, die mit funktionaler Simulation mit- tels LED ausgestattet sind, ist auch eine Bauteilak- tivierung der obersten Geschoßdecke ausgeführt. Für Ausführungsvarianten der Wohnraumlüftung sind sowohl zentrale als auch eine dezentrale Einzelraum- Lösung mit Wärmerückgewinnung installiert. Diverse in die Baumassen integrierte Rohrleitungsführungs- optionen und eine Vielzahl an Luftauslassvarianten sind ersichtlich. Mono- bzw. polykristalline Photovoltaikmodule und der solarthermi- sche Flachkollektorschnitt an der Südfas- sade des Gebäudeschnittes demonstrieren die Integration aktiver Solarenergienutzung mit zeitgemäßer Fassadenarchitektur. Bei der Ausführung der Gebäudeleittechnik wurde Wert auf die Umsetzung der „Industrie 4.0 – Ideologie“ (umfassende Digitalisierung und Vernetzung) gelegt. Der Betrieb der An- lagensysteme soll vorausschauend an den Be- darf der Bewohner und auch jenem der Netze angepasst sein. Erst ein zeitlich optimierter Ab- gleich und die Vernetzung der gebäudeeigenen Energieerzeugungs-, Energiespeicher- und Ener- gieverbrauchsanlagen können zu einer erwarteten Gesamtenergieeffizienzsteigerung der Gebäude und einem hohen Anteil an erneuerbarer Energie führen. Aus diesen Gründen wurde für die Bedie- nung aller Komponenten am Gebäudeschnitt eine Miniserver-Technologie-Lösung gewählt, die zu- kunftstauglich und ideal auf den Wohnungsbau ab- gestimmt ist. Somit kann gezeigt werden, wie in ei- nem Smart Home bereits heute die Verknüpfung von Behaglichkeit, Komfort, Energieeffizienz, Sicherheit und auch Elektromobilität umgesetzt werden kann. Die Schülerinnen und Schüler können mit Hilfe eines aufliegenden Tablets alle Funktionen der energie- und gebäudetechnischen Anlagen ausführen und so- mit diverse Varianten und Einflüsse simulieren. Nun liegen bereits erste Erfahrungen vor, wie sich die Integration des Gebäudeschnittes in den Unterricht umsetzen lässt. Neben der tatkräftigen Unterstützung der Schülerinnen und Schüler beim Bau im Zuge des fachpraktischen Unterrichts konnte jetzt ein Subprojekt - die Ausstattung des Gebäudes mit einem autodidaktischen Lernsystem mittels QR-Codes - im Fachtheorieunterricht abgeschlossen werden. Dafür musste für dreißig Themenbereiche in Eigenrecherche viel Know-how angeeignet, entspre- chend aufbereitet und visualisiert werden. Die Identifikation mit den Lehrinhalten am „Tiroler Haus der Zukunft“ und die Freude der Schüle- rinnen und Schüler sind deutlich spürbar, was mitun- ter auch auf den verpflichtenden, aktiven Einsatz des eigenen Smartphones im Unterricht zurückzuführen ist. Die Erwartungen der Projektleiter wurden jeden- falls übertroffen, insbesondere weil es mit dieser Initiative einmal mehr gelungen ist, die Faszination für Technologien zu wecken, die zur Erreichung der Energieautonomie unerlässlich sind. Themenübersicht für den selbständigen Wissenserwerb Autodidaktisches QR-Code Lernsystem am Gebäudeschnitt Foto: HTL Jenbach 29 28 BAUEN UND SANIEREN
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