„nachhaltige technologien - 2|2020"

Mit diesen Konzepten wird die Komplexität der technischen, ökonomischen, regulatorischen Zusam- menhänge adressiert, die Entscheidungen hinsicht- lich Optimierungsmaßnahmen beeinflussen. Die verschiedenen Geschäftsmodelle werden im Zuge des Projekts anhand der umgesetzten Fallbeispiele quantitativ und qualitativ evaluiert werden [5] . Die Weichen für niedrige Temperaturen stellen Die Temperaturreduktion in Fernwärmenetzen ist eine wesentliche Voraussetzung zukünftiger, intelligenter und erneuerbarer Fernwärmesysteme. Dies kann unter anderem durch Verbesserungsmaßnahmen auf Kundenseite erreicht werden. Mit der Entwicklung und Testung einer gezielten und systematischen Vor- gehensweise unterstützt das Projekt T2LowEx Anla- genbetreiber bei der Optimierung ihrer Wärmenetze durch Kundenanlagenanalyse bzw. automatisierte Fehlerdetektion, Fehlerkataloge, Maßnahmenemp- fehlungen und eine Wirtschaftlichkeitsbewertung der temperatursenkenden Maßnahmen. Mit Hilfe neuer Geschäftsmodelle sollen Fernwärmekunden gezielt eingebunden, und der Aufwand und Nutzen zwischen allen Beteiligten fair aufgeteilt werden. Die Investitionen in temperatursenkende Maßnahmen sind Investitionen in die Zukunft, ohne die das Ziel einer flexiblen, erneuerbaren und hocheffizienten Fernwärmeversorgung nicht erreicht werden kann. Weiterführende Informationen / Links im E-Paper [1] Averfalk, H., Werner, S., Economic benefits of fourth generation district heating, Energy, Volume 193, 2020, https://doi.org/10.1016/j.energy.2019.116727 [2] Zinko et al. 2005, Improvement of Operational Temperature Differences in District Heating Systems; IEA report - Annex VII [3] Gadd, H., Werner, S. (2014), Achieving low return temperatures from district heating substations, Applied Energy, Volume 136, 2014, Pages 59-67, https://doi.org/10.1016/j.apenergy.2014.09.022 [4] Hamilton-Jones M., Schrammel H., District Heating Fault Detection using Clustering Algorithms; 14th SDEWES conference, Dubrovnik 2019 [5] Leoni, P, Geyer, R, Schmidt, RR, Developing innovative business models for reducing return temperatures in district heating systems: Approach and first results, Energy, Volume 195, 2020, https://doi.org/10.1016/j.energy.2020.116963 Jakob Binder, BSc. und Dipl.-Ing. Harald Schrammel sind wissenschaftliche Mitarbeiter des Bereichs "Städte & Netze" bei AEE INTEC. j.binder@aee.at, h.schrammel@aee.at Dipl.-Ing. Paolo Leoni ist Research Engineer in der Gruppe Electric Energy Systems am Austrian Institute of Technology (AIT). paolo.leoni@ait.ac.at Dipl.-Ing. Dr. Andreas Müller ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Energy Economics Group an der TU Wien. mueller@eeg.tuwien.ac.at mierung der Kundenanlagen gegenübergestellt und so vom Wärmeversorgungsunternehmen auf deren Wirtschaftlichkeit geprüft werden. Zusätzlich wird auch ein Kostenteilungsfaktor zwischen Betreiber und Kunde errechnet, der die zu erwartenden Kos- tenvorteile der Optimierung für Kunde und Betreiber widerspiegelt. Die Berechnungsmethode wird derzeit mit realen Anlagendaten getestet und optimiert. Attraktive Tarif- und Geschäftsmodelle als Motivation Da die Verantwortung für Optimierungsmaßnahmen und Reparaturen häufig beim Wärmekunden liegt, während der Wärmenetzbetreiber hauptsächlich von der Optimierung profitiert, wurden im Projekt drei innovative Geschäftsmodelle entwickelt, um sowohl Kunden als auch Betreibern entsprechende Anreize für die Umsetzung von Maßnahmen zur (Rücklauf-) Temperatursenkung zu geben: • Die Stärkung der Kundenbeziehungen und Kundenmotivation durch neue Tarifmodelle (z.B. Motivationstarif), maßgeschneiderte Angebote, Kundenaufklärung und -beratung • Eine Finanzierung durch Schlüsselpartnerschaften und Crowdfunding-Plattformen • Energieeinspar-Contracting, um Interessenskon- flikte in Mietwohnungen zu umgehen

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