„Nachhaltige Technologien 2 | 2022"
mittels Hochtemperaturwärmepumpen und Füllkör- perkolonnen (Rauchgaskondensatoren) entwickelt. Zwei Füllkörperkolonnen zur Rauchgaskondensation werden in diesem Konzept direkt auf die beiden SO 2 - Wäscher des nassen Rauchgasreinigungssystems aufgesetzt. Über einen Wärmetauscher wird die Wär- me des Kondensatkreislaufs der Füllkörperkolonnen auf einen Zwischenkreislauf übertragen, der zwei Hochtemperaturwärmepumpen mit einer Temperatur von ca. 52 °C versorgt. Durch die Hochtemperaturwär- mepumpen wird diese Temperatur mit einem COP von etwa 4,7 (ohne Strombedarf für die Nebenaggregate) auf 90 °C angehoben. In einem nachfolgenden Schritt wird diese Temperatur durch den in der Müllverbren- nungsanlage entstehenden Dampf noch auf die im primären Fernwärmenetz benötigten Temperaturen (zwischen 110 °C und 150 °C) erhöht. Das anfallende Kondensat wird aufbereitet und in verschiedene Pro- zessschritte der Müllverbrennung rückgeführt. Mit der Wärmerückgewinnungsanlage wird eine Heizleistung von rund 16 MW th erreicht. Dadurch wird die thermische Leistung der Verbrennungsanlage von rund 60 MW th auf 76 MW th erhöht. Der mehrstufige Bauprozess soll 2022 gestartet und Ende 2024 abge- schlossen werden. "Verbundprojekte wie ThermaFLEX, die nahe an der Umsetzung die Entwicklung integrierter Energie- systeme umfassend vorantreiben, sind ein entscheidender Beitrag aus dem Bereich Innovation, um der Energiewende Beschleunigung und Richtungssicherheit zu geben. Dadurch gewinnen wir nicht nur die notwendigen Technologien und Systemlösungen, sondern auch wichtige Erkenntnisse darüber, wie die Energie-Transition technisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich möglich wird. Gerade der Fokus auf Wärme- und Kältesysteme ist wichtig, um gezielt Energieträger-Abhängigkeiten zu reduzieren." Michael Hübner , Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie / Sektion III – Innovation und Technologie / Abteilung I3 – Energie und Umwelttechnologien Foto: BMK Weiterführende Informationen / Links im E-Paper [1] Aue, R.; Burge, A. (2021): DECARB21: Wärme & Kälte, Mobilität, Strom: Szenarien für die Dekarbonisierung des Wiener Energiesystems bis 2040, Öffentlicher Bereich im Auftrag von Wien Energie GmbH Projekt Thermaflex: https://thermaflex.greenenergylab.at/ Vorzeigeregion Energie: https://www.vorzeigeregion-energie.at/https :/ /www.klimafonds.gv.at/ Green Energy Lab: https://greenenergylab.at/ Klima- und Energiefonds: https://www.klimafonds.gv.at/ Dr. Rusbeh Rezania ist Abteilungsleiter für „Entwicklung und Realisierung Neue und Erneuerbare Assets Thermisch“ bei Wien Energie GmbH. rusbeh.rezania@wienenergie.at Dipl.-Ing. in Anna Gantner ist Projektleiterin in der Abteilung „Entwicklung und Realisierung Neue und Erneuerbare Assets Thermisch“ bei Wien Energie GmbH anna.gantner@wienenergie.at Dipl.-Ing. in Olatz Terreros ist Projektentwicklerin in der Abteilung „Entwicklung und Realisierung Neue und Erneuerbare Assets Thermisch“ bei Wien Energie GmbH. olatz.terreros@wienenergie.at Dipl.-Ing. (FH) Joachim Kelz ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bereichs „Städte und Netze“ bei AEE INTEC. j.kelz@aee.at Die Umsetzung des Abwärmenutzungskonzeptes führt Multiplikationspotential Die beiden dargestellten Projekte werden aus Mitteln der Umweltförderung des Bundesministeriums für Klima, Umweltschutz, Mobilität, Innovation und Tech- nologie gefördert und können als Musterbeispiele für gleiche bzw. ähnliche Konstellationen zur Nutzbarma- chung von Abwärme dienen. Insbesondere im Projekt der Abwärmenutzung der ThermeWien können im Zuge der Restlaufzeit von ThermaFLEX wichtige Erkenntnis- se aus dem Anlagenmonitoring generiert werden. • zur Steigerung der Gesamteffizienz der Verbrennungsanlage, • zur Einbindung der Abwärme in das Fernwärmenetz, • zur Reduzierung der CO 2 -Emissionen der Wärmeerzeugung, • zur Reduzierung der Wärmezufuhr ins Kühlwassersystem der Müllverbrennungsanlage und damit zu reduziertem Wärmeeintrag in Fließgewässer, • durch die Aufbereitung des Kondensatkreislaufs zu einer Reduzierung des Abwassereintrags in die Kläranlage.
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