„Nachhaltige Technologien 2 | 2022"

Ausgangssituation Im Zuge des Forschungsprojektes ThermaFLEX wurde für das Biomasseheizwerk in Saalfelden, welches von der Salzburg AG betrieben wird, ein 2-stufiger Prozess zur Modernisierung entwickelt. Das 1997 errichtete Biomasseheizwerk Saalfelden versorgte im Jahr 2019 bzw. vor Implementierung der Modernisierungsmaß- nahmen über ein 5,3 km langes Fernwärmenetz rund 50 Abnehmer, unter anderem die Wallner Kaserne, ein Altenheim und die Höhere Technische Lehranstalt Saalfelden. Die dafür notwendige jährliche Wär- meaufbringung betrug rund 13,1 GWh. Diese Wärme wurde primär durch einen Biomassekes- sel mit einer Nennleistung von 2,5 MW mit nachfol- gendem Economiser (0,3 MW) erzeugt. Als Ausfallsre- serve und zur Abdeckung von Spitzenlasten sind ein Gaskessel (5 MW) sowie eine Power-2-Heat Anlage (ausgeführt als elektrischer Durchlauferhitzer mit 0,4 MW) im Heizhaus installiert. Als zusätzliche Aus- fallsreserve ist eine weitere dezentrale Gaskesselan- lage (0,4 MW) in der örtlichen Volksschule verfügbar. Um den Anteil der erneuerbaren Energieerzeugung im Wärmenetz in Saalfelden weiter zu erhöhen und die Effizienz der bestehenden Systeme zu steigern, wur- den im Rahmen von ThermFLEX neue technische Konzepte zur Modernisierung und Effizienzsteigerung ausgearbeitet und in einer ersten Stufe zur Umsetzung gebracht. Weiter wurde das Potential zur Integration iomassebasierte Fernwärmenetze und -systeme spielen eine zentrale Rolle in der nachhaltigen Wär- meversorgung und umfassen rund 2 400 in Betrieb befindliche Systeme in Österreich 1 . Laufende techni- sche Innovationen, die Digitalisierung sowie systemi- sche Veränderungen in der Wärmeversorgung bieten weiteres Potenzial zum Ausbau und zur Stärkung dieser Marktposition. Aktuell und in naher Zukunft besteht bei den in Betrieb befindlichen Wärmenetzen, insbesondere der ersten und zweiten Generation, ein erhöhter Nachrüstungs- und Modernisierungsbedarf, um den zukünftigen technischen, wirtschaftlichen und regulatorischen Herausforderungen sowie einem nachhaltigen und zielgerichteten Betrieb gerecht zu werden. Dies betrifft sowohl technische Maßnahmen, die fortschreitende Digitalisierung mit intelligenter Sensorik und neuen Regelungskonzepten, als auch nicht-technische und organisatorische Maßnahmen. Während technische Maßnahmen z. B. die Optimierung von Biomassekesseln, Speicherintegration, Sekundär- und Effizienzsteigerungstechnologien betreffen, zählen zu den organisatorischen Maßnahmen z. B. die strategische Planung der Netzerweiterung und -ver- dichtung, Kopplung mit der Energieraumplanung oder die Integration lokal verfügbarer erneuerbarer Ener- gieträger und/oder Abwärme. Diese Maßnahmen beeinflussen in weiterer Folge ökonomische Aspekte wie Wärmegestehungskosten, Geschäfts- und Ab- rechnungsmodelle. B 1 Basisdaten Bioenergie 2021, Österreichischer Biomasse-Verband, Wien, 2021 Foto: Klimafonds / Krobath Modernisierungskonzepte für das Biomasseheizwerk Saalfelden Günther Seifter, Thomas Herbst, Matthias Theissing, Joachim Kelz 21 20 WÄRMENETZE IM WANDEL

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