„Nachhaltige Technologien 2 | 2022"
Infoveranstaltung In einer öffentlichen Infoveranstaltung konnten Bürger*innen und weitere Interessierte konkrete Fragen und Anliegen deponieren. Anhand von Vorträ- gen, einer Podiumsdiskussion und dem persönlichen Austausch mit den Energieversorgern wurden die Bürger*innen über den Fernwärmeausbau informiert. Konzeption einer App Um Bürger*innen und Nutzer*innen über die Informationsarbeit hinaus aktiv einzubinden, wurde auch an einem mobilen Ansatz gearbeitet, der niederschwellig und flächende- ckenddenKontaktmit Bürger*innen herstellt und den Anschluss an die Fernwärme bewirbt. In Kooperati- on mit dem GREEN ENERGY LAB- Projekt „Spatial Energy Planning for Heat Transition“ wurde zu diesem Zweck eine App-Lösung konzipiert. Die App wurde als Empfehlungssystem konzipiert, welches Wärmenetze immer als anzustrebende Option ausweist, wenn ein Anschluss für das betreffende Objekt möglich ist. Personen, die an einem Hei- zungswechsel interessiert sind, werden auf diese Weise auf die Fernwärme als potenzielle Lösung hingewiesen und erhalten über eine intuitive Oberfläche sämtliche Informationen (Kontakt zum Wärmenetzbetreiber und verfügbare Förderungen), um ihren Wärme- anschluss zu planen. Die App bietet außerdem die Option, aktuelle Verbräuche einzugeben und diese für Planungsaufgaben verfügbar zu machen. Zusätz- lich schafft sie eine Plattform für Informations- und Kommunikationskampagnen und dient allgemein der Forcierung der Fernwärme im Zuge des Phase-Out aus fossilen Energieträgern. Fazit Der Wärmesektor wird nicht nur von Energieversor- gern und Technologieanbietern getragen. Um die Energiewende in den kommenden Jahren voranzu- treiben, benötigt es ein Zusammenspiel aller Stake- holder auf Planungs- und Verwaltungsebene, Politik, der Energieversorger und Bürger*innen sowie beste- hender Kund*innen. Vor allem Bürger*innen müssen neue Entwicklungen mittragen, um so den Umstieg auf erneuerbare Energien und die Energiewende zu beschleunigen. Dass Stakeholdermanagement nicht immer einfach ist, ergibt sich aus den verschiedenen Zielsetzungen und Bedürfnissen der einzelnen Akteur*innen. Das kann auch zu Schwierigkeiten und Herausforderungen in der Projektabwicklung führen. Hier stellt sich die Frage, ob die Einbindung von Stakeholdern wirklich immer zielführend und fördernd ist. Die große Band- breite der realisierten Elemente und Lösungen bei den unterschiedlichen Demonstratoren wurde durch die Einbeziehung relevanter Stakeholder und transparente Kommunikation an Nutzer*innen und Öffentlichkeit wesentlich unterstützt. Dies war besonders wichtig, um langfristig tragfähige Kooperationen und Verständ- nis zu etablieren, die für eine rasche Wärmewende notwendig sind. Ein wesentlicher Aspekt war somit die Entwicklung von Kommunikationsbausteinen und Analysemethoden zur Integration und Identifizierung dieser Stakeholder, sowie die aktive Einbindung von Nutzer*innen und Bürger*innen. In Bezug auf den Wärmesektor zeigte sich, dass Planer*innen und politische Akteur*innen sowie Verwaltungsapparate unterschiedliche Ziele und Handlungsdynamiken auf- weisen, die schwer unter einen Hut zu bringen sind. Hier braucht es die Bereitschaft aller und ein konkretes, gut ausgearbeitetes Stakeholdermanagement, um gezielt an einer Vision arbeiten zu können. Weiterführende Informationen / Links im E-Paper Projekt ThermaFLEX: https://thermaflex.greenenergylab.at/ Isabella Weichselbraun, BA ist Projektmanagerin in der StadtLABOR – Innovation für urbane Lebensqualität GmbH und in den Bereichen Beteiligung, nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung tätig. isabella.weichselbraun@stadtlaborgraz.at Mag. Alexander Rehbogen, MBA ist Experte für Räumliche Energieplanung am Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen (SIR). alexander.rehbogen@salzburg.gv.at DI (FH) Joachim Kelz ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bereichs „Städte und Netze“ bei AEE INTEC. j.kelz@aee.at Screenshot EnergieApp Quelle: Land Salzburg
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