„nachhaltige technologien 02 | 2024"
des Wohngebäudes mit dem erstmalig zum Einsatz kommenden innovativen Heiz- und Kühlsystem durchzuführen. Die Resultate dieser Post Occupancy Evaluierung, die rund ein Jahr nach dem Einzug in die Wohnanlage durchgeführt wurde, zeigen eine überaus hohe Zufriedenheit mit dem innovativen erneuerbaren Energiesystem. Die hohe Zufriedenheit spiegelt sich unter anderem in der Weiteremp- fehlungsrate wider: so würden 60 Prozent eine Wohnung mit vergleichbarem Energiesystem ohne zu zögern im Freundeskreis weiterempfehlen. Weitere 22 Prozent würden dies sicher tun. Besonders gut wurde das Energiesystem in den Übergangsmona- ten sowie im Sommer bewertet. So empfanden 84 Prozent die Raumtemperatur im Sommer immer oder meistens als angenehm, in den Übergangsmo- naten lag dieser Wert bei 78 Prozent, im Winter bei 64 Prozent. Die Zufriedenheit mit der Luftfeuchtig- keit spiegelt ähnlich gute Werte wider. Mehr als die Hälfte hat die gewünschte Wohlfühltemperatur innerhalb weniger Tage bis zu einem Monat nach dem Einzug gefunden, während andere dies als He- rausforderung wahrnehmen. Die Bedienfreundlich- keit des Geräts zur Regelung der Raumtemperatur weist Optimierungspotenzial auf. So zeigen sich vier von zehn Teilnehmenden damit als unzufrieden. Fast die Hälfte empfindet zudem den Zeitraum zwischen Einstellungsänderung und Eintritt der Wirkung als zu lange. Die Befragung wird wiederholt, um die Bewohner*innen weiterhin bestmöglich unterstützen zu können. Zusammenfassung Asphaltkollektoren, Abwasserwärmerückgewinnung und Solarthermie sind wertvolle und bisher weitge- hend ungenützte Wärmequellen im großvolumigen Wohnbau. Die Gewinnung von solarer Überschuss- wärme in Städten könnte wesentlich zur Vermeidung bzw. Verringerung des „Urban Heat Island“-Effekts beitragen. Zusätzlich ist die saisonale Wärme- speicherung in Erdsondenfeldern und generell im Untergrund gerade für dicht verbaute Städte inte- ressant, da es sich hierbei um eine platzsparende und unsichtbare Technologie handelt, die außerdem für ein gutes Mikroklima rund um die Gebäude sorgt. Es konnte gezeigt werden, dass das Projekt „Sozial100%Erneuerbar“ grundsätzlich eine gute Mul- tiplizierbarkeit aufweist, und so als Vorbild für andere großvolumige Bauvorhaben in Gebieten, welche nicht von der Fernwärme erschlossen werden, gelten kann. Förderhinweis Dieses Projekt wird im Rahmen der 8. Ausschreibung von "Stadt der Zukunft" gefördert. „Stadt der Zukunft" ist ein Forschungs- und Technologieprogramm des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität Innovation und Technologie. Es wird im Auftrag des BMK von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) gemeinsam mit der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH (AWS) und der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT) abgewickelt. "Die Wiener Wärmewende wird nur durch den Einsatz verschiedener Lösungen der Wärmeversorgung gelingen. Da die Fernwärme nicht überall verfügbar sein kann, benötigen wir die Entwicklung von lokalen erneuerbaren Wärmenetzen. Innovative Quartierslösungen für Bestandsgebäude sind daher das Gebot der Stunde." Herbert Hemis, Referent für Energieraumplanung, Stadt Wien-Energieplanung (MA 20) Foto: MA20/Fürthner Dipl.-Ing. in Dr. in Edith Haslinger , Senior Scientist, Sustainable Thermal Energy Systems, Austrian Institute of Technology (AIT). edith.haslinger@ait.ac.at , Twitter: geek_o_thermal Weiterführende Informationen / Links im E-Paper Projekt Sozial100%Erneuerbar AIT Austrian Institute Of Technology Wientalterrassen: Wegweiser für sozialen und nachhaltigen Wohnbau - WBV-GPA
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