„nachhaltige technologien 02 | 2024"

Quelle: BCE Beyond Carbon Energy m Kontext der Energiewende spielt die Bereitstel- lung von Wärme und Kälte in Wohngebäuden eine entscheidende Rolle. Der Grund hierfür ist, dass etwa ein Drittel des jährlichen österreichischen Endenergieverbrauchs auf Raumheizung, -kühlung und Warmwasserbereitstellung zurückzuführen ist. Ein großer Teil dieser Energie wird immer noch durch Erdgas oder Öl erzeugt. Wenn man den Anteil des Endenergieverbrauchs in Österreich für diesen Be- reich betrachtet, wird deutlich, dass hier ein erhebli- ches Potenzial für eine signifikante Reduzierung der CO 2 -Emissionen besteht. Die Wärme- und Kältebereitstellung dieses Bereichs (Raumwärme, -kälte und Warmwasserbereitung) soll - auch in Hinblick auf den Klimawandel - möglichst CO 2 -neutral erfolgen, ohne dabei den Raumwär- mekomfort zu vernachlässigen. Gerade in Hinblick auf den Klimawandel und den dadurch erwarteten Temperaturanstieg ist davon auszugehen, dass vor allem der Kältebedarf in den Sommermonaten in dicht besiedelten Gebieten aufgrund des urbanen Wärmeinsel-Effekts deutlich ansteigen wird. Anergienetze Für die Wärme- und Kältebereitstellung wird ver- mehrt auf sogenannte Anergienetze zurückgegriffen. Unter Anergienetzen versteht man Energienetze, die in der Lage sind, niederexergetische Wärmequellen zu nutzen. Niederexergetische Wärmequellen sind vereinfacht gesagt Wärmequellen mit einem nied- rigen Temperaturniveau (größtenteils unter 20 °C). Dazu gehören auch Wärmequellen wie oberflächen- nahe Geothermie, thermische Grundwassernutzung und die thermische Abwassernutzung. Ein Vorteil eines solchen Anergienetzes ist die niedrige System- temperatur. Diese befindet sich in der Regel in einem Temperaturbereich von 5 bis 35 °C. Diese niedrige Systemtemperatur hat den positiven Effekt, dass es zu geringeren thermischen Verlusten kommt, vergli- chen mit konventionellen Wärmenetzen mit höheren Systemtemperaturen. Somit ergibt sich auch eine höhere Effizienz. In den meisten Fällen wird dieses niedrige Temperaturniveau mithilfe von Wärmepum- pen auf das benötigte Temperaturniveau angehoben. I Thermische Bodennutzung im urbanen Raum Philipp Gradl, Peter Trupp 13 12 ENERGIEINNOVATIONEN IN QUARTIEREN

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