„nachhaltige technologien 02 | 2024"

Ein Geoinformationssystem-basiertes Planungsinstrument Die Verfügbarkeit von räumlichen Daten (Geodaten) ist für die räumliche Energieplanung essenziell. Der ENERGIEatlas baut auf einem neuentwickelten Ge- bäudemodell auf, welches das Gebäude als kleinste räumliche Einheit darstellt und mit planungsrelevan- ten Informationen wie beispielsweise zur Gebäude- geometrie, der Nutzung, zur vorliegenden Raumwär- meversorgung und den assoziierten Energiebedarfen und Treibhausgasemissionen für Strom und zur Wärmebereitstellung verknüpft. Daneben werden leitungsgebundene Energieinfrastrukturen, lokale erneuerbare Energiepotenziale sowie Darstellungs- dienste für klimafreundliche Mobilität bereitgestellt. Vielfältige Bottom-up-Datengrundlagen werden dafür identifiziert, unter anderem digitale Katas- tralmappen der Bundesländer, das adressbezogene Gebäude- und Wohnungsregister (AGWR), die ZEUS- Energieausweisdatenbank und Flächenwidmungsplä- ne. In Modellierungen werden die Datengrundlagen mittels geoinformatischer und energietechnischer Methoden miteinander kombiniert, um Planungs- und Entscheidungsgrundlagen (GIS-Kartenlayer, statistische Auswertungen, Berichte) zu folgenden Aspekten zu schaffen (siehe Abbildung): eit Projektstart im Jahr 2018 widmet sich die GEL S/E/P-Projektserie [1] der Schaffung von Grundlagen für eine effektive räumliche Energieplanung. Mit Fokus auf den Bundesländern Salzburg, Steiermark und Wien strebt das Projekt die Entwicklung eines maßgeschneiderten digitalen ENERGIEatlas mit hochauflösenden räumlichen Informationen und Be- richtsfunktionen an. Durch die Zusammenarbeit mit Behörden und Entscheidungsträger*innen werden zu- dem rechtliche Rahmenbedingungen adressiert. Der ENERGIEatlas enthält detaillierte Daten zu Gebäuden, erneuerbaren Energiepotenzialen und netzbasierten Infrastrukturen, was die räumliche Analyse und Pla- nung kommunaler Energiesysteme ermöglicht und erleichtert [2, 3, 4] . In der ersten Projektphase wurde im Projekt das Spatial Energy Planning (SEP)-System für den Wärmebereich etabliert. In der nun kurz vor Abschluss stehenden zweiten Projektphase wurde das System um die Sektoren Strom und Mobilität erweitert, um eine sektorübergreifende Informati- onsplattform zu schaffen. Insgesamt stellt die GEL S/E/P-Initiative einen bedeutenden Schritt hin zu einem schlankeren und effizienteren Ansatz zur räumlichen Energieplanung auf verschiedenen ho- heitlichen Ebenen dar und trägt zum übergeordneten Ziel einer erfolgreichen Wärme- und Energiewende in Österreich bei [5, 6] . S Der digitale ENERGIEatlas für die räumliche Energieplanung Cécile Kerebel, Stefan Geier, Christian Sakulin, Ingrid Schardinger, Christina Standl, Franz Mauthner Quelle: iSPACE Räumliche Energieplanung 27 26 STÄDTE & NETZE

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