„nachhaltige technologien 02 | 2024"
In der Steiermark wurde der ENERGIEatlas Steier- mark – speziell für den Wärmebereich – erfolgreich in das Landes-GIS-System integriert. Der ENERGIEatlas dient insbesondere als Werkzeug für Gemeinden, um sogenannte Sachbereichskonzepte Energie zu erstel- len, die mit der Novellierung des Steiermärkischen Raumordnungsgesetzes im Jahr 2022 verpflichtender Bestandteil der örtlichen Entwicklungsplanung sind und von den Gemeinden bis zum Sommer 2025 vor- gelegt werden müssen. Die vorhandenen räumlichen Daten bilden darüber hinaus die Grundlage für vielfäl- tige weiterführende Anwendungsfälle in der kommu- nalen Wärme- und Energieplanung. Der Bogen spannt sich hier von der Erstellung von Klimaneutralitätsfahr- plänen bis hin zur Grobplanung von Quartiersenergie- konzepten und Wärmenetzen sowie dem Energie- und Treibhausgas-Monitoring. Aufgrund der geltenden gesetzlichen Bestimmungen ist die Datennutzung aktuell allerdings nur im Rahmen von Forschungspro- jekten und in der örtlichen Raumplanung möglich. Das GIS-System kann den Zugriff gemäß den gesetzlichen Vorschriften über den Portalverbund regeln, sodass jede Gemeinde nur auf die Ergebnisse für ihr eigenes Gebiet zugreifen kann. Jede Gemeinde muss die Be- rechnungen für den Wärmeatlas separat anfordern sowie eine Datennutzungsvereinbarung zeichnen. So wurde der Prototyp des ENERGIEatlas in der Steier- mark bereits auf insgesamt 60 von 286 Gemeinden ausgeweitet. Für eine möglichst niederschwellige Daten- und Informationsbereitstellung erhalten die Gemeinden neben dem Zugriff auf den ENERGIEatlas Steiermark im GIS auch einen automatisierten Ener- giebericht mit einer Zusammenstellung der wesentli- chen Energie- und Infrastrukturdaten sowie einen Mo- nitoringbericht zur Kontrolle von Umsetzungszielen. Umsetzung in den Bundesländern Salzburg und Steiermark Im Bundesland Salzburg sind im ENERGIEatlas aktuell ca. 750 Ergebnisse je Gebäude bzw. Grundstück im ENERGIEatlas-Prototyp geführt. Neben dem Wärme- sektor stehen auch Informationen zum Strom- und Mobilitätssektor zur Verfügung. Eine Vielzahl an Informationen zu Gebäuden, Wärmebedarf, Potenzia- len erneuerbarer Energie und zur Infrastruktur wurde bereits im SAGIS, dem Salzburger Geographischen Informationssystem, implementiert. Neben der räumlichen Darstellung der Ergebnisse werden die Informationen auch flexibel aggregiert genutzt, z. B. für Gemeindeanalysen, Klima- und Energieregionen oder auch für Monitoring und Strategieentwicklun- gen auf Bundeslandebene. Aktualisierungsroutinen sorgen für die nötige Einbindung aktueller Daten- grundlagen und unterstützen die Ergebnisqualität. Seit dem Jahr 2021 wird allen Salzburger Gemeinden die „Bestandsanalyse Energie“ vom Land Salzburg zur Verfügung gestellt. In diesem ca. 40 Seiten starken Bericht werden Energiebedarfe, Energie- infrastrukturen und erneuerbare Potentiale im Gemeindegebiet in Form von Karten und Grafiken aus dem Wärmeatlas dargestellt - ergänzt durch erklärende Textteile. Dieses Dokument dient den Salzburger Gemeinden einerseits als Grundlage für die Bearbeitung des Themas „Energie“ in der örtli- chen Raumplanung (seit 2018 verpflichtend), gleich- zeitig kann die „Bestandsanalyse Energie“ auch für weiterführende Planungen wie z. B. Energieleitbilder, Klimaneutralitätsstrategien etc. wesentliche Beiträ- ge liefern. Datenschichten des GEL S/E/P ENERGIEatlas für Räumliche Energieplanung Quelle: GEL S/E/P Projektkonsortium 2018-2024 • Infrastrukturdaten • Energiebedarfe • Energiepotenziale • Gebietsausweisungen (Zonierungen)
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MzkxMjI2