„nachhaltige technologien 02 | 2024"

Diese sind in Abbildung 2 dargestellt: Erhaltenswerte Gebäude – weniger Eingriffe (roter Bereich), teilweise erhaltenswerte Gebäude – etwas mehr Eingriffe (gelber Bereich), nicht erhaltenswerte Gebäude – möglicher Abriss und Neubau (blauer Bereich). Aus der Analyse der beiden Mustergebäude und aus Erfahrungswerten aus Vorprojekten kann bei einer energetisch sehr guten Sanierung mit etwas mehr Eingriffen ein spezifischer Wärmebedarf in Form gelieferter Wärmeenergie von 65 kWh/m² Nutzfläche und Jahr und ein spezifischer Leistungsbedarf von 25 W/m² erzielt werden. Ausgehend von diesen Werten wurden für die Gebäude je nach Bereich entsprechende Kennzahlen angenommen, wie in Tabelle 1 dargestellt, und zusätzlich je eine Variante analysiert, in der eine energetisch etwas weniger ambitionierte aber immer noch gute Qualität der Hülle umgesetzt wird. Tabelle 1: Spezifische Wärmebedarfs- und Leistungsbedarfs- Kennwerte der Gebäude je Bereich und Sanierungsqualität Bezüglich der Bebauungsdichte wird davon aus- gegangen, dass in den erhaltenswerten Gebäuden keine Verdichtung stattfindet. In den teilweise erhaltenswerten Gebäuden kann durch Anhebung des Kniestocks und einen dadurch möglichen Ausbau des Dachgeschosses ca. 10 Prozent zusätzlicher Wohnraum je Gebäude geschaffen werden. Für die Neubau-Gebäude wurde einerseits ebenfalls eine Verdichtung mit 10 Prozent zusätzlicher Wohnfläche und andererseits eine Verdichtung mit 50 Prozent zusätzlicher Wohnfläche untersucht. Für die Gesamtsiedlung ergibt sich somit eine Bandbreite der zukünftigen Nutzfläche zwischen 27 000 m² und 29 500 m² und ein Wärmebedarf zwi- schen 1,8 GWh und 2,4 GWh mit thermischen Sum- menlasten zwischen 680 kW und 900 kW. Mit dieser Bandbreite für die unterschiedlichen Sanierungstie- fen und Bebauungsdichten wurden verschiedene Szenarien einer siedlungsweiten Versorgung mittels Wärmenetz und unterschiedlichen Wärmeerzeugern untersucht. Dabei erfolgte einerseits eine Optimie- rung der Trassenführung mit Auslegung und Dimen- sionierung der Netzinfrastruktur und andererseits eine Investitions- und Einsatzplanung verschiedener Wärmeerzeuger mittels Thermos Tool 3 . Input-Daten für die Netzberechnung Für die Auslegung des Netzes und Optimierung der Trassenverläufe wurden als mögliche Haupt- Trassen die Straßenverläufe der Hauptstraßen aus Openstreetmap 4 verwendet. Für den Anschluss der einzelnen Gebäude wurde dann jeweils die kürzeste Verbindung vom Gebäude zum möglichen Haupt- Trassennetz herangezogen. Dabei wird angenommen, dass für alle Leitungen unter den Straßen Wieder- herstellungskosten für die Oberfläche (Asphaltieren) und damit erhöhte Kosten für die Leitungsverlegung entstehen, welche zwischen 600 €/Trm (DN20) und 950 €/Trm (DN80) liegen. Für die Anschlussleitungen zu den Gebäuden wird angenommen, dass diese im- mer unter nicht versiegelten Flächen erfolgen kann, und somit geringere Kosten von 300 €/Trm (nur DN20) anfallen. Als anzustrebende maximale Auslegetem- peraturen wurden 70 °C im Vorlauf und 40 °C im Rück- lauf gewählt, da durch die notwendige thermische Sanierung der Gesamtsiedlung eine Auslegung als Niedertemperatur-Wärmenetz möglich ist, und mit diesen Temperaturen weiterhin Brauchwarmwasser direkt beim Kunden bereitgestellt werden kann. 1 https://www.energieinstitut.at/forschung-und-projekte/suedsan-beispielhafte- sanierung-von-2-gebaeuden-der-suedtirolersiedlung-bludenz 2 CEPA® Energiefassade https://towern3000.at/cepa/ mit Dämmstoff von Knauf Insulation https://www.knaufinsulation.at/ 3 https://www.thermos-project.eu/home/ 4 https://www.openstreetmap.org Abbildung 2: Einteilung der Südtiroler-Siedlung in unterschied- liche Bereiche zur Variation von spezifischem Wärmebedarf und Bebauungsdichte. Erhaltenswerte Gebäude – weniger Eingriffe (roter Bereich), teilweise erhaltenswerte Gebäude – etwas mehr Eingriffe (gelber Bereich), nicht erhaltenswerte Gebäude – möglicher Abriss und Neubau (blauer Bereich) Quelle Grundkarte: Land Vorarlberg – data.vorarlberg.gv.at Bereich Energetisch hohe Qualität Q1 Energetisch gute Qualität Q2 Erhaltenswert 85 kWh/m² NF 33 W/m² NF 100 kWh/m² NF 39 W/m² NF Teilw. Erhaltenswert 65 kWh/m² NF 25 W/m² NF 85 kWh/m² NF 33 W/m² NF Neubau 45 kWh/m² NF 17 W/m² NF 55 kWh/m² NF 21 W/m² NF 7 6 ENERGIEINNOVATIONEN IN QUARTIEREN

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