„nachhaltige technologien 02 | 2025"

Die Herausforderungen für die Umsetzung von Kreislaufwirtschaft sind nach wie vor mannigfaltig und betreffen neben regulatorischen Hemmnissen (z. B. Normung) vor allem auch fehlende Märkte und Lieferanten für Sekundärrohstoffe, zu wenig technolo- gische Kapazität für Recycling oder (noch) zu geringe Anfallmengen von Future Waste-Komponenten wie beispielsweise Batterien, PV-Module, Rotorblätter oder Permanentmagneten. Weitere offene Frage- stellungen betreffen Lücken in der Technologieent- wicklung bzw. in Bezug auf den Technologiereifegrad sowie langlebiges Produktdesign oder den Einsatz von Sekundärrohstoffen im Produkt ohne Qualitätsverlust, um nur einige anzuführen [3] . Nicht zuletzt spielen auch Konsument*innen eine wichtige Rolle für eine zukünftige Kreislaufwirtschaft: Einerseits in Bezug auf Kaufentscheidungen, zum Beispiel Reparaturfähigkeit oder Ersatzteilverfügbarkeit als Kaufkriterium oder die Bereitschaft einen höheren, „green Premium“-Preis, zu akzeptieren, andererseits aber auch am Anfang einer Reuse- und Recyclingkette, wenn es um Tren- nung und Rückgabe der Wertstoffe und Produkte für Wiederverwendung und Recycling geht [3] [4] [5] . ktuelle Herausforderungen & Rahmenbedingungen Kreislaufwirtschaft ist in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Schlagwort avanciert und wird vielfach als Zukunftslösung für ein nachhaltiges Wirtschaftssystem gesehen. Ein wesentlicher Indikator zur Messung der Umsetzung der Kreis- laufwirtschaft ist die Material-Zirkularitätsrate 1 , die derzeit im EU-Durchschnitt bei 11,4 Prozent (AT: 12,8 Prozent) liegt. Das Ziel, eine Zirkularitätsrate von rund 23 Prozent bis 2030 innerhalb der EU zu erreichen, scheint nicht möglich, da seit 2017 eine Stagnation eingetreten ist [1] . Im erst kürzlich prä- sentierten „New Industrial Deal“ der Europäischen Union (EU) kommt der Kreislaufwirtschaft und der Versorgungssicherheit mit Rohstoffen eine zentrale Rolle zu. Der für das Jahr 2026 geplante Economy Act zielt in diesem Zusammenhang auf eine Zirku- laritätsrate von 24 Prozent bis 2030 ab und will vor allem durch Wiederverwendung und Recycling die Abhängigkeit Europas von Importen von kritischen und strategischen Rohstoffen reduzieren [2] . A Karin Fazeni-Fraisl und Lukas Zeilerbauer Kunststoffsortieranlage Foto: Adobe Express Nachhaltige Kreislaufwirtschaft - eine Frage der Bewertung 1 Beschreibt das Verhältnis von recycelten und wiederverwendeten Materialien (= im Kreislauf geführte Materialien) im Verhältnis zur gesamten Materialnutzung.

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