„nachhaltige technologien 02 | 2025"

ie Ergebnisse und Empfehlungen des Berichts „Align Act Accelerate. Research, Technology and Innovation to boost European Competitiveness” der Europäischen Kommission waren Basis des folgenden Interviews, das Christoph Brunner (AEE INTEC) mit Conny Aerts, Professorin am Institut für Astronomie des Departments für Physik und Astronomie der KU Leuven in Belgien, führte. Unter der Leitung von Manuel Heitor, dem Vorsitzenden der hochrangigen Expert*innengruppe, die von der Europäischen Kommission zur Erstellung dieses Berichts eingerichtet wurde, war Conny Aerts eine der führenden Expert*innen. Für Österreich war auch Heinz Fassmann, ehemaliger Bildungsminister, Teil dieser hochrangigen Arbeitsgruppe. Ziel des Heitor-Berichts ist es, konkrete Empfehlungen zu entwickeln, um die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu steigern, die europäische Forschung und Innovation zu stärken und die Rahmenbedingungen für zukünf- tige Forschungsinitiativen in der EU zu verbessern. Ich hatte das Vergnügen, Conny Aerts bei einer Ver- anstaltung der FFG in Brüssel kennenzulernen, die sich mit der Zukunft der europäischen Forschung be- schäftigte. Im Rahmen einer gemeinsamen Podiums- diskussion brachte Conny die Ergebnisse des Heitor- Berichts "Align Act Accelerate. Research, Technology and Innovation to boost European Competitiveness" ein und lieferte dabei wertvolle Hinweise auf die Herausforderungen und Chancen der europäischen Forschungslandschaft. Die inspirierende Diskussion und ihre fundierten Beiträge haben mich motiviert, Conny Aerts zu einem Interview einzuladen, um mehr über die Kernempfehlungen des Berichts und ihre Vision für die Zukunft der europäischen Forschung und Innovation zu erfahren. CB: Liebe Conny, kannst Du uns kurz erzählen, wie dieser Bericht entstanden ist? Wer oder was waren die treibenden Kräfte dahinter? CA: Der Bericht wurde von der Europäischen Kom- missarin Iliana Ivanova ins Leben gerufen, die die Arbeitsgruppe für die Zwischenbewertung des For- schungsprogramms Horizon Europe organisierte. Aus 359 Bewerbungen wurden fünfzehn Expert*innen ausgewählt, um eine breite Expertise zu gewährleis- ten. Neben der Zwischenbewertung konzentrierte sich die Gruppe auch auf Empfehlungen für das nächste Forschungsrahmenprogramm. Dies geschah auf Grundlage ausführlicher Analysen und Konsulta- tionen mit zahlreichen Stakeholder*innen. CB: Die Empfehlung im Bericht lautet, das Horizon Europe-Programm auf 220 Milliarden Euro zu er- höhen. Was sind die wichtigsten Prioritäten, die mit diesem zusätzlichen Budget adressiert werden sollten? CA: Wir haben berechnet, dass 220 Milliarden Euro notwendig sind, um alle als „exzellent“ bewerteten Anträge zu finanzieren – von der Grundlagenforschung bis hin zu angewandter Forschung. Der „Return on Investment“ ist ein entscheidender Grund: Für jeden investierten Euro in Forschung werden 3 bis 5 Euro für die EU-Bürger durch Folgeinvestitionen zurückge- wonnen. Der Fokus sollte auf Exzellenz, der Förderung zukünftiger Forscher und einer Vereinfachung der Antragsstellung liegen. D Forschung und Innovation zur Steigerung der Europäischen Wettbewerbsfähigkeit Conny Aerts Foto: Patrick Lundin

RkJQdWJsaXNoZXIy MzkxMjI2