„nachhaltige technologien 02 | 2025"

Schließung von Kreisläufen Durch diese Strategie soll die Lücke zwischen dem Ende des Lebenszyklus eines Produktes und dem Inputfaktor Material für seine Herstellung bzw. zur Herstellung anderer Produkte geschlossen werden. Hier finden vor allem die R-Prinzipien der alternati- ven Weiternutzung (Repurpose) und Recycling sowie für Komponenten die Wiederaufbereitung (Refurbish und Remanufacture) Anwendung. Eines der öster- reichischen Beispiele mit Good Practice-Charakter ist Strasser Steine, ein Mühlviertler Hersteller von Küchenarbeitsplatten aus Naturstein und Keramik. Dieser hat ein „Re-Stoning System“ entwickelt und bietet sogenannte Re-Stoning-Arbeitsplatten an. Natursteinabschnitte der eigenen Produktion, aus Steinbrüchen und nicht mehr benötigte Stein- arbeitsplatten werden farblich sortiert, zerkleinert und gemeinsam mit Feldspat und Harzen aufbereitet und zu einer neuen Küchenplatte mit 50 Prozent Recyclatanteil verarbeitet. Zusätzlich werden die Platten während des Produktionsprozesses mittels Niedertemperatur gepresst, um Energie einzusparen und die Arbeitsplatten können nach der Nutzungs- dauer zu 100 Prozent recycelt werden. Erfolgreiche Strategien für die Kreislaufwirtschaft in der Produktion beruhen maßgeblich darauf, dass die Zirkularität bereits in der Produktentwicklung ad- ressiert wird und die Wertschöpfungsprozesse ganz- heitlich betrachtet werden. Vielversprechend sind insbesondere Entwicklungen, die zirkuläres Design, nachhaltige Beschaffung, Prozessoptimierungen und vor allem zirkuläre Geschäftsmodelle kombinieren und somit eine maximale Wertschöpfung für das Unternehmen erzielen. Julia Rubin Ast, MA, Themenleitung Green Transition & Nachhaltigkeit, Pöchhacker Innovation Consulting GmbH. julia.ast@p-ic.at Mag. Gerlinde Pöchhacker-Tröscher, Geschäftsführerin, Pöchhacker Innovation Consulting GmbH. gerlinde.poechhacker@p-ic.at „Forschung, Technologieentwicklung und Innovation (FTI) sind zentrale Treiber für eine kreislauforientierte Wirtschaft – insbesondere in ressourcenintensiven Sektoren wie der Bauwirtschaft und der Kunststoffindustrie. Eine zielgerichtete FTI-Förderung kann die Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Produktivität steigern, die Ressourcenabhängigkeit reduzieren und somit den Wirtschaftsstandort absichern.“ René Albert, Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, Abt. III/3 Energie- und Umwelttechnologien, Stellvertretender Abteilungsleiter und Koordinator des FTI-Schwerpunktes Kreislaufwirtschaft Foto: BMIMI / Viktoria Miess Weiterführende Informationen / Links im E-Paper Studien zum Thema Abbildung 2: Wertschöpfungsprozesse und zirkuläre Grundsätze Quelle: P-IC eigene Darstellung, basierend auf Ionica, Kronenberg 3 3 Ionica K, Kronenberg C, 2024. Mehr-Wert im Kreis. https://www.circulareconomyforum.at/circular-insider-austria/ PRODUKTERSTELLUNG Refuse, Rethink, Reduce, Reuse, Repair, Refurbish, Remanufacture Wertschöpfungs- prozess Zirkuläre Grundsätze Rethink, Reuse, Repair, Refurbish, Remanufacture, Repurpose Refurbish, Remanufacture, Repurpose, Recycle, Recover Produkt- design Material- & Komponenten -produktion Produkt- fertigung Service & Verkauf Verwendung & "Sharing" Reparatur & Wartung Wiederver- kauf Material PRODUKTNUTZUNG RÜCKFÜHRUNG Produkte Kompo- nenten Sammel- & Rücknahme- logistik Ermöglichung von Kreisläufen & Schaffung neuer Kreisläufe Verlängerung der Kreisläufe Schließung der Kreisläufe

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