„nachhaltige technologien 02 | 2026"
das im Sommer überschüssige Wärme aus dem Gewächshaus und einem nahegelegenen Ober- flächengewässer, unterstützt durch PVT-Module, mittels Wärmepumpe auf ca. 50-55 °C erwärmt und über Warmwasserbrunnen unterirdisch speichert. Im Winter wird diese Wärme entweder zur direkten Beheizung des Gewächshauses oder, bei niedrigeren Temperaturen, in Kombination mit Grundwasser- wärmepumpen genutzt. Die Stromversorgung kann je nach Wetter- und Marktbedingungen über das Stromnetz, die PV- oder PVT-Anlagen erfolgen (siehe Abbildung 1). Dieser integrierte Ansatz verbessert die Flexibilität, reduziert den Verbrauch fossiler Brenn- stoffe und unterstützt eine vollständig erneuerbare Energieversorgung. Aquiferspeicher-Design Das Mitteltemperatur-Aquiferspeicher-System be- steht aus einer Warmzone mit vier Bohrlöchern und einer Kaltzone mit sechs Bohrlöchern sowie der zugehörigen Überwachungsinfrastruktur (siehe Ab- bildung 2). Im Sommer wird Wärme in der Warmzone bei etwa 50 °C in einer Tiefe von 73–83 m unter dem Meeresspiegel gespeichert. Im Winter wird Wärme bis zu einer Grenztemperatur von etwa 25 °C entnom- men. Die maximale Durchflussrate beträgt 390 m³/h. Die durchschnittliche saisonale Energieförderung wird auf 21 000 MWh im Sommer und 17 000 MWh im Winter geschätzt. Der thermische Wirkungsgrad wird in den ersten fünf Jahren voraussichtlich bei etwa 40 Prozent liegen und bis zum zehnten Zyklus auf etwa 60 Prozent ansteigen, da sich der Aquifer allmählich erwärmt. Abbildung 2: Geplante Standorte der Warm-, Kalt- und Über- wachungsbrunnen für das Mitteltemperatur-Aquifer-System innerhalb des Standortgeländes sowie der bestehenden LT (Niedertemperatur)-Aquifer-Brunnen Quelle: DTESS / Bas Godschalk Nächste Schritte Der nächste Meilenstein ist die Bohrung der Spei- cher-Brunnen im dritten Quartal 2026. Die Inbetrieb- nahme ist für Ende 2026 geplant, gefolgt vom ersten Lade-Entladezyklus in 2027 und 2028. Die Demons- tration in Andel wird zeigen, wie eine neue Gene- ration von Aquifer-Systemen die Dekarbonisierung von Gewächshäusern und Fernwärmeanwendungen unterstützen kann. Danksagung und Haftungsausschluss: Das Projekt USES4HEAT wird von der Europäischen Union finanziert. Die ge- äußerten Ansichten und Meinungen sind die der Autoren und spiegeln nicht unbedingt die der Europäischen Union oder von CINEA (Climate, Infrastruc- ture and Environment Executive Agency) wider. Weder die Europäische Union noch die Förderstelle können dafür verantwortlich gemacht werden. Bas Godschalk ist CEO und Projektentwickler bei DTESS BV, Niederlande. bas.godschalk@dtess.com Masoud Manafi ist Wissenschaftler bei Fondazione Bruno Kessler (FBK), Italien. mmanafi@fbk.eu Weiterführende Informationen / Links im E-Paper Projekt Uses4Heat 1 Beschreibung der “Technology readiness levels” unter https://www.ffg.at/sites/default/files/allgemeine_downloads/basisprogramme/bilder/TLR_2024.pdf TRL1 Orientierte Grundlagenforschung – TRL9 Markteinführung Abbildung 1: Schematische Darstellung des Energiesystems und der saisonalen Vernetzung seiner Komponenten Quelle: DTESS / Bas Godschalk Sommer Winter Puffer- speicher Puffer- speicher HP HP Elektrizität E-Netz E-Netz PV PV Elektrizität avg. 50C max. 55C MTO 50C MTO ~13C ~13C PVT PVT 15 14 ENERGIE AUS DEM UNTERGRUND
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