„nachhaltige technologien 02 | 2026"

ie multiplen Krisen der ver- gangenen Jahre haben das Sanie- rungsgeschehen in Österreich stark beeinflusst: Die stark gestiegenen Baupreise nach der Covid-Pandemie, der Preisschub bei Energie und Rohstoffen in Folge des Ukraine- Kriegs, die stark gestiegenen Finanzierungskosten, die sehr hohe Inflation und die nachlaufend stark gestiegenen Lohnkosten, zuletzt die massive geo- politische Unsicherheit und die dadurch ausgelöste Volatilität der Märkte. In der vorangegangenen Legislaturperiode kamen die geplanten wohn- und ordnungsrechtlichen Re- formen zur Ankurbelung der Sanierung nur teilweise zur Umsetzung. Demgegenüber erreichte die Sa- nierungsförderung von Bund und Ländern 2024 ein Rekordhoch – mit einem Fokus auf die Reduktion der Treibhausgasemissionen und dem Heizungstausch. Mit der neuen Bundesregierung kam es budgetbe- dingt zu einem Förderstopp. Eine Neuauflage der Bundesförderung für 2026 auf moderatem Niveau war – zumindest für thermische Maßnahmen – rasch ausgeschöpft. Es macht sich bei Gebäudeeigentü- mern, Planern und Energieberatern Frustration breit. Das IIBW gemeinsam mit dem Um- weltbundesamt haben Ende der 2010er Jahre ein Monitoring-System zu Sanierungsmaßnahmen in Ös- terreich aufgesetzt und mittlerweile zum vierten Mal aktualisiert. Es zeigt ein klares Bild (Grafik): Die bislang höchste Sanierungsrate von etwa 2,2% wurde vor 15 Jahren erreicht, damals mit Förderaus- gaben von etwa € 800 Mio. pro Jahr. In den 2010er Jahren sank die Sanierungsrate sukzessive auf unter 1,4%. Die Gründe sind vielfältig, einer davon waren rückläufige Sanierungsförderungen. In den 2020er Jahren schließlich wurden die Förderungen massiv ausgebaut, insbesondere die des Bundes. Die Sanie- rungsrate stieg in der Folge auf etwas über 1,6% des Wohnungsbestands. Der Großteil der Förderung ging aber in den Hei- zungstausch. Der Anstieg im Jahr 2024 gegenüber 2023 um 0,15 Prozentpunkte ist allein auf die Hei- zungsumstellungen zurückzuführen. Das trug zwar zur Senkung der Treibhausgasemissionen bei. Die Rate von thermischen Maßnahmen und umfassen- den Sanierungen sank aber sogar. Für die Bauwirt- schaft und Baustoffindustrie gibt ein Heizungstausch D Foto: Petra Rautenstrauch Die Wohnhaussanierung anschieben Wolfgang Amann

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