„nachhaltige technologien 3|2016"

Die Bedingungen im Spüler haben sich für die Inte- gration eines Adsorptionsprozesses als sehr ge- eignet erwiesen: Bei der Desorption können hohe Temperaturen zur Verfügung gestellt werden und die Umgebung ist (zumindest am Anfang) kühl, und bei der Adsorption steht anfangs eine hohe Luftfeuchtig- keit zur Verfügung. Speicherwirkungsgrad Damit können im Einsatz des Speichers hohe Tem- peraturhübe (bis zu 150 K) beim Entladen/Trocknen erreicht werden. Bezieht man die nutzbare Abwärme während des Ladevorgangs bei der Berechnung des Speicherwirkungsgrads mit ein, können - in Anleh- nung an den Wirkungsgrad einer Wärmepumpe - Werte um 140 % erreicht werden. Die erreichte spe- zifische Speicherkapazität liegt bei 0,25 - 0,28 kWh/ kg Zeolith. Energieeinsparung Mit der Integration des Sorptionsprozesses in den Geschirrspüler konnte der Energieverbrauch um ca. 25 % gesenkt werden. Der zeitliche Energieverbrauch des sorptiven Spülers ist in der Abbildung rechts dargestellt. Im Vergleich zum konventionellen Spüler wird zwar etwas mehr Energie bei der ersten Wasse- rerwärmung benötigt, zur Trocknung kann dann aber die gespeicherte Wärme eingesetzt werden. Dr. Andreas Hauer ist Leiter des Bereichs Energy Storage am Zentrum für Angewandte Energieforschung ZAE Bayern. Andreas.Hauer@zae-bayern.de Zeitlicher Temperaturver- lauf eines konventionellen Geschirrspülers Zeitlicher Energiebedarf eines konventionellen (oben) und sorptiven (unten) Geschirrspülers Temparatur [°C] Zeit 60 50 40 30 20 10 Vorspülen Spülen Trocknen Wasser Aufheizen Wasser Aufheizen Frisch- wasser Zeit Elektrische Leistung Zeit 2 kW Vorspülen Spülen Pumpe Pumpe Heizstab Aufheizen 60°C Trocknen (Verdampfen) Aufheizen 50°C Elektrische Leistung 2 kW Vorspülen Spülen Pumpe Gebläse Luft Heizung Gebläse Trocknen (Adsorption) Aufheizen 50°C 23 22 SCHWERPUNKTTHEMA THERMISCHE SPEICHER

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