„nachhaltige technologien 3|2017“
23 22 SCHWERPUNKT WACHSTUMSMÄRKTE UND EXPORTERFOLGE ren Deckungsgrad von 97 %) und 695 kWh/m² Apertur *a (ein Projekt mit tiefem Arbeitstemperaturniveau aufgrund einer quellenseitigen Einbindung einer Wärmepumpe). Im Durchschnitt aller 37 Projekte liegt der spezifische Ertrag bei 368 kWh/m² Apertur *a, was grundsätzlich ein zufriedenstellendes Ergebnis darstellt. Die berechneten solaren Deckungsgrade zeigen mit Werten zwischen 97 % (Raumheizung und Warmwasserbereitung für ein Unternehmensge- bäude“) und 2 % (Einspeisung in ein kommunales Wärmenetz) eine enorme Band- breite. An diesen Ergebnissen werden die sehr unterschiedlichen Dimensionierungsansätze in den verschiedenen Themengebieten sowie auch in den einzelnen Projekten deutlich. Die durch- schnittliche solare Deckung des Gesamtwärmebedarfs betrug bei den 37 Projekten rund 21 %. Im Zuge der vielfältigen Aktivitäten der wissenschaftlichen Begleitung des Förderprogramms konnten eine Vielzahl von Erkenntnissen generiert und die Umsetzung zahlreicher Innovationen begleitet werden. Zu den drei wesentlichen Highlights zählen hierzu nachfol- gende Entwicklungen: Solarthermie-Wärmepumpen Kombinationen Die Kombination von Wärmepum- pen mit Solarthermie spielt im Programm „Solare Großanlagen“ eine wichtige Rolle. Die wissenschaft- liche Begleitung wurde bereits bei zehn Projekten dieser Kategorie abgeschlossen, weitere 14 Projekte befinden sich in Umsetzung. Bei den zehn Projekten mit abgeschlossener wissenschaftlicher Begleitung können neun Projekte der Kategorie „Komplexe Kon- zepte“ (Kombinationen aus seriellen, parallelen und/ oder regenerativen Anwendungen) und ein Projekt der Kategorie „Parallele Konzepte“ (Solarthermie und Wärmepumpe liefern parallel und ohne Kopplung Wärme an den Verbraucher) zugeordnet werden. Die Ergebnisse zeigen, dass die Wärmepumpen- technologie grundsätzlich gut zur Kombination mit Solarthermie geeignet ist, um Raumwärme auf Nied- rigtemperaturniveau und Wärme zur Warmwasserbe- reitung zur Verfügung zu stellen. Die dabei erzielten Ergebnisse (spezifische Solarerträge, Jahresarbeits- zahlen, umweltrelevante Emissionsvermeidung) sind vielversprechend. Beispielhaft speisen im Projekt „TROTEC Marchtrenk“ 160 m² Bruttokollektorfläche einen 3 m³ großen Wasserspeicher und 2 700 m² Erdspeicher (angeordnet unter der Fundamentplatte), der als Wärmequelle für eine Wärmepumpe fungiert. Die gemessene Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe beträgt 4,4. Solarthermische Bauteilaktivierung Das Konzept der solarthermischen Bauteilaktivierung zielt auf die aktive thermische Nutzung von verfügba- ren Gebäudemassen als Wärmespeicher bzw. Wärme- abgabesystem und daraus resultierend die Erreichung geringerer Kosten ab. Bisher wurde in drei Projekten mit thermisch aktivierten Fundamentplatten und Decken die einjährige Monitoringphase mit beachtli- chen Ergebnissen (solare Deckungsgrade von 52 % bzw. 97 %) abgeschlossen. Die Messergebnisse zum bisher größten Projekt (1 411 m² Bruttokollektorfläche und 2 560 m³ aktivierte Bauteilmasse) zur Beheizung einer Fertigungshalle des Unternehmens HABAU ergaben einen solaren Deckungsgrad von 94 %. Überschüsse im Sommer wurden in den Fertigungsprozess inte- Büro- und Fertigungsgebäude TROTEC. Aufgrund der konsequenten Einbindung des Solarsystems auf der Verdampferseite der Wärmepumpe konnte ein spezifischer Solarertrag von 695 kWh/m²Apertur*a erreicht werden. Foto: EcoProjekt
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MzkxMjI2