„nachhaltige technologien 3|2018“
"Der steigende globale Energiebedarf, die vorhersehbare Verringerung der verfügbaren fossilen Energieressourcen und die zunehmend wahrnehmbaren Anzeichen einer globalen Klimaerwärmung haben zu einem großen Interesse an erneuerbaren Energien geführt. Erneuerbare Energiequellen wie Wind und Photovoltaik beeinflussen durch ihre Variabilität in der Erzeugung die Stabilität der Energienetze in starkem Ausmaß, wenn sie einen hohen Prozentsatz der Gesamterzeugung ausmachen. Die Energieflexibilität von Gebäuden wird von der Internationalen Energieagentur, der EU und vielen anderen daher als Teil einer Lösung zur Abschwächung der auftretenden Herausfor- derungen in zukünftigen Energiesystemen mit Laststeuerung (in elektrischen -, Fernwärme- und Gasnetzen) angesehen." Søren Østergaard Jensen, Senior Project Manager am Danish Technical Institute und Operating Agent des IEA EBC Annex 67 Ass. Prof. Dr. Ziv.-Ing. Arch. Erwin Mlecnik , TU Delft, Faculty of Architecture and the Built Environment, Department of Management in the Built Environment. e.mlecnik@tudelft.nl Zusammenfassung und Ausblick Aufgrund seiner hohen Komplexität führte das Projekt nicht direkt zur Identifikation von Maßnahmen und einem spezifischen Aktionsplan. Es war offensichtlich, dass zusätzliche Untersuchungen notwendig sind, wie z. B. die Installation und Kostenbewertung der Installation von Durchflussreglern, Datenservern, Schnittstellen, Sensoren, Back-up-Einheiten sowohl in den Gebäuden (Management und Energieverbrau- cher), als auch Netzwerken (Produktionsanlagen, Re- gelungen und Zweigen). Da Serverprobleme auftraten, waren die beteiligten ManagerInnen auch überzeugt, dass neben all der Automation Notfallschalter nach wie vor notwendig sind, die die Übernahme durch eine manuelle Steuerung ermöglichen. Eine Person muss für die laufende Bewertung der vorgeschlagenen Temperaturmodifikationen verantwortlich sein. Die CampusmanagerInnen bewerteten auch Erforder- nisse, die über Regelung oder Komfort von einzelnen Gebäuden hinausgingen, wie z. B. notwendige Opti- mierung der Instandhaltung, Renovierung bzw. Ersatz von Installationen und Gebäuden und kamen zu dem Schluss, dass einige der Gebäude nicht für energie- flexible Lösungen geeignet sind und aufgrund ihrer schlechten Energieperformance renoviert oder ersetzt werden müssen. Ein weiteres Ergebnis war, dass ein gewisses Ausmaß an technischen Modifikationen und Renovierungen notwendig ist, um den Komfort in den Gebäuden aufrechtzuerhalten, wenn Energieflexibili- tät umgesetzt werden soll. Die Beurteilung von Zustand, Energie- und Kostenbe- wertung der Immobilien sollte verbessert und in Hin- blick auf die Implementierung von neuen Lösungen müssen die Innovationsrisiken abgedeckt werden. Da zukünftige Nutzerprofile unbekannt sind, ist die Vor- hersage der notwendigen Energieflexibilität aber eine Herausforderung. CampusmanagerInnen wollen nicht in Gebäude inves- tieren, die eine kurze (Rest-)Lebenszeit haben oder wenn eine Integration von innovativen Lösungen zu teuer und zu kompliziert ist. Daher ist weiterer For- schungsbedarf gegeben, um die Einführung von ener- gieflexiblen Gebäuden mit anderen Management- Strategien, die zu Energieeinsparung führen, zu vergleichen. Danksagung Dieser Artikel wurde im Rahmen des IEA EBC Annex 67 Energy Flexible Buildings verfasst. Die Teilnahme der TU Delft an diesem Annex wurde durch die Nether- lands Enterprise Agency (RVO) unterstützt. Die österreichische Teilnahme am Projekt wird im Rahmen der IEA Forschungskooperation vom Bundes- ministerium für Verkehr, Innovation und Technologie gefördert.
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