„nachhaltige technologien 3|2018“
nergieffizienz und damit verbundene Kostenein- sparungen sind seit vielen Jahren wichtige Konzepte der Gebäudetechnik. Die Rechnung ist einfach: weni- ger Energie verbrauchen bedeutet weniger Kosten. Mit der Einspeisung erneuerbarer Energiequellen ins Stromnetz steigt der Bedarf, die Energie zum richti- gen Zeitpunkt (nämlich dann, wenn sie aus erneuer- baren Quellen produziert wird) zu verbrauchen. Für Konsumenten ergeben sich durch die Flexibilisierung des Verbrauchs neue Möglichkeiten, Energiekosten zu sparen. Dieser Artikel beschreibt die Erfahrungen aus den Pilotprojekten „Rosa Zukunft“ und Modellge- meinde Köstendorf der Smart Grids Modellregion Salzburg und die zugrundeliegenden Konzepte. Smart Metering als Basis Bisher wurde der Stromverbrauch kleiner und mittlerer Liegenschaften mit einem Jahresverbrauch von weni- ger als 100 kWh beziehungsweise einer Anschluss- leistung unter 50 kW ohne sogenannte Lastprofil- zähler gemessen. Das bedeutet, es konnte zwar der Gesamtenergieverbrauch zwischen zwei Ablesungen ermittelt werden, nicht aber Informationen darüber, an welchem Tag oder zu welcher Tageszeit die Energie verbraucht wurde. Das ändert sich mit der bevorstehenden, nahezu flächendeckenden Ein- führung der Smart Meter, die in Österreich bis Ende 2020 für mindestens 80 % und bis Ende 2022 für mindestens 95 % aller Stromkunden vorgeschrieben ist (E-Control, 2018). Smart Meter messen den Energieverbrauch in Intervallen von 15 Minuten und erstellen so ein Lastprofil, das an den Netzbetreiber übermittelt wird. Damit wird die technische Voraus- setzung geschaffen, um Energiekosten abhängig von der Tageszeit des Verbrauchs dynamisch zu gestalten. Wie eingangs beschrieben bedeutet das für Verbraucher, dass es für die Energiekosten nicht nur relevant ist, möglichst wenig Energie zu verbrauchen, sondern dies auch zum richtigen Zeitpunkt zu tun. Um Einsparungen zu erzielen, werden flexible Verbraucher wie Elektroboiler dann betrieben, wenn der Energie- preis möglichst niedrig ist. Mittels Technik können diese Vorgänge zumindest teilweise automatisiert werden, sodass sich der Konsument nicht ständig darum kümmern muss. Zeitvariable Tarife Während Smart Meter die technischen Voraussetzun- gen für zeitvariable Tarife bilden, sind einige Energie- anbieter bereits mit entsprechenden Tarifmodellen E Mit flexiblen Verbrauchern Geld sparen Flexible Verbraucher im Gebäude und die Vernetzung aller Akteure schaffen für Gebäudebetreiber neue Möglichkeiten, Energiekosten zu senken. Foto: Siemens AG Österreich Mike Pichler 13 12 ENERGIEFLEXIBILITÄT
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