„nachhaltige technologien 3|2018“
In Bezug auf den gesamten Wärmebedarf von 56 TWh/a 4 im Jahr 2016 und dessen Verlauf (Berechnungen von AEE INTEC) im Gebäudesektor ist zu erkennen, dass die Verschiebung der Residuallast in bestehende Wasserspeicher bei der derzeitig installierten Leistung der fluktuierenden erneuerbaren Energieerzeuger nur einen Bruchteil am Wärmebedarf des Gebäudesektors ausmacht, wodurch das enorme Flexibilisierungspoten- zial dieser Maßnahme auch bei zunehmenden Anteilen an Sonnen- und Windstrom unterstrichen wird. Schlussfolgerungen Das grundsätzliche Potenzial zur Schaffung von Energieflexibilität, welches in den aktuell bereits in- stallierten Wasserspeichern im Gebäudesektor liegt, ist nicht zu vernachlässigen. Diese können erhebli- che Beiträge leisten, um die Stromspitzen im Netz (Überschussstrom aus Sonne und Wind) zu reduzieren und den Anteil an erneuerbaren Energieträgern im Energiesystem zu erhöhen. Eine aktive zentrale Be- wirtschaftung von Wasserspeichern stellt daher eine potenzielle Methode dar, die aufgrund der bereits vorhandenen Speicher kostengünstig in einem Smart Grid angewendet werden kann. Durch die Koppelung mit weiteren Flexibilisierungsmaßnahmen imGebäude (z. B. Flexibilisierung der Raumtemperaturen, thermi- sche Aktivierung von Gebäudemassen, etc.) kann das Potenzial noch weiter gesteigert werden. Die relevanten Potenziale lassen sich aber nur erschließen, wenn effiziente und robuste Betriebs- führungsstrategien entwickelt werden und eine standardisierte, leistungsfähige Infrastruktur zur Kommunikation zwischen dezentralen Energiesyste- men und einer übergeordneten zentralen Regel-Ebene vorhanden ist. Dieser Entwicklungsschritt geht einher mit neuen Geschäfts-, Markt- und Betreibermodellen mit Beteiligung unterschiedlicher Akteursgruppen. Dipl.-Ing Thomas Ramschak ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bereichs „Thermische Energie- technologien und hybride Systeme“ bei AEE INTEC. t.ramschak@aee.at Prok. Ing. Christian Fink ist Leiter des Bereichs „Thermische Energietechnologien und hybride Systeme“ bei AEE INTEC. c.fink@aee.at Nutzung des Überschussstroms aus erneuerbaren Energien (Wind und Solar) zur Überwärmung der vorhandenen Wasserspeicher, Reduktion der Stromspitzen im Netz und Reduktion der Wärmelast (Warmwasserbereitung und Raumheizung) in österreichischen Haushalten. Quelle: AEE INTEC Der GLOBAL 2000-Wohnbaucheck untersucht die Anstrengungen der Bundesländer beim Klima- schutz im Hinblick auf Heizen und Sanieren und zeigt Verbesserungsmöglichkeiten auf. Download unter https://www.global2000.at/sites/ global/files/Report-Wohnbaucheck-2018.pdf. +5,9K +2,6K +2,0K +2,8K +5,6K +3,3K 4 Statistik Austria, Energiestatistik: MZ Energieeinsatz der Haushalte 2003/2004, 2005/2006, 2007/2008, 2009/2010, 2011/2012, 2013/2014 und 2015/2016. Wien, 2017 18.000 16.000 14.000 12.000 10.000 8.000 6.000 4.000 2.000 0 -2.000 01.03.2017 02.03.2017 03.03.2017 MW Residuallast des Gebäudes (Verschiebung) Gebäudelast Residuallast des Gebäudes Heizlast (Verschiebung) Wind- & PV-Strom Heizlast
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